Irritation um Bierofkas Vertrag Die Trainingslager-Bilanz: Feinschliff für Liga drei

Mit der Mannschaft derzeit zufrieden: Trainer Daniel Bierofka Foto: sampics/Augenklick

Die Löwen beenden ihr Trainingslager in Spanien. Die AZ zieht Bilanz: Tests, Teamgeist, Verletzte, neue Hoffnungsträger. Und wann bekommt Bierofka einen neuen Vertrag? "Es ist nichts passiert."

 

Oliva Nova - Grinsen, Löwen! Am letzten Tag des Trainingslagers gab’s für Daniel Bierofkas Sechzger nicht nur den Härtetest gegen Beijing Renhe (2:1), sondern auch das Abschlussfoto des Trainingslagers. Ein gelungener Trip?

"Wir haben hart trainiert, keine Rücksicht genommen auf die Testspiele. Wir können schon sehr zufrieden sein", meinte Bierofka über die sieben Tage in Oliva Nova nahe Valencia. Der 39-Jährige wusste trotz des Sieges gegen den chinesischen Erstliga-Aufsteiger (Tore: Simon Seferings und Dennis Dressel): "Es gibt viele Dinge, die wir noch verbessern müssen." Sieben Tage schwitzen, ein Hoffnungsträger, ein Leidens-Löwe, ein Ziel:
Die AZ zieht ein Fazit nach dem entscheidenden Teil der Winter-Vorbereitung.

Testspiele: Dem 1:0 gegen den polnischen Zweitligisten Zagliebie Sosnowiec (Tor: Felix Bachschmid) folgte der Überraschungssieg gegen Peking. Bierofka tauschte seine Elf jeweils nach 45 Minuten durch und verschaffte allen Akteuren Spielpraxis. Lediglich die Torhüter Alexander Strobl und Johann Hipper spielten nicht. Torschütze Seferings: "Wir haben uns den Feinschliff geholt."

Konkurrenzkampf: Den brauche man auf sechs, sieben Positionen, so Bierofka. Vor allem im Torhüterduell zwischen Marco Hiller und Hendrik Bonmann müsse er "einen Spieler verletzen", doch das sei "eben so im Leistungssport". Die Spieler der zweiten Reihe hätten einen Sprung gemacht. In seiner bisherigen Stammelf dürfe sich daher keiner ausruhen: "Wer mich überzeugt, wird gegen Nürnberg spielen."

Teamgeist: Zur Sache ging’s auf dem Rasen, gescheppert hat es nie. Jan Mauersberger zeigte sich "wunschlos glücklich". Sportlich sei man "auf einem sehr guten Weg". Und: "Es stimmt einfach in der Mannschaft. Es macht unheimlich Spaß mit den Jungs." Bierofka: "Wir haben keinen Stinkstiefel." (Hier können Sie alle ausführlichen Aussagen von Bierofka lesen)

Die Hoffnungsträger: Neulöwe Michael Görlitz zählt dazu. Ein Einsatz gegen Peking wäre laut Bierofka "ein zu großes Risiko" gewesen. Der Coach erklärt: "Man sieht, was er für eine Qualität hat." Jetzt liege es "an uns, dass wir ihn fit kriegen". Seferings sei ebenfalls "wie ein Neuzugang". Linksverteidiger Leon Klassen, Flügelflitzer Noel Niemann und Innenverteidiger Lennert Siebdraht müsse er "ein Riesen-Kompliment machen". Vieles hängt am Trainer selbst, der vor Sportchef Günther Gorenzels Amtsantritt "persönlich am Limit" gewesen sei. Sechzig sollte zusehen, mit ihm endlich über einen Profivertrag zu reden, denn Biero reagierte auf entsprechende Nachfrage entnervt: "Es war ja Zeit, und es ist nichts passiert. Jetzt habe ich keine Zeit mehr und keinen Kopf mehr für so etwas." Wichtig sei auch, das Budget für die Kaderplanung festzuzurren.

Die Verletzten: Aaron Berzels Fehlen (Knieprobleme) sei eine "Vorsichtsmaßnahme" gewesen, Nicholas Helmbrecht (Patellasehnenspitzensyndrom) könnte etwas länger ausfallen.

Timo Gebhart: Der Leader musste abreisen, sein Comeback-Termin ist ein Rätsel. Bierofka: "Wir hoffen alle, dass seine Behandlung anschlägt."

Das Ziel: Der Aufstieg. "Wir sind auf einem sehr guten Weg", so Gorenzel. Felix Weber wurde deutlicher: "Ich will aufsteigen und mit Sechzig in der dritten Liga spielen." Eine Aussage, die Sechzigs Ambitionen zeigt – und eine Gefahr birgt: Das Konstrukt aus Profifußballern, die sich unter Profibedingungen auf die Rückkehr in den Profifußball vorbereiten, kann im Falle eines Scheitern kaum zusammengehalten werden.

 

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