Irritation im Rathaus Sparkassen-Leerstand: OB Reiter fordert Erklärung

Bayerstraße 69: Foto: Milena Merling

Das Rathaus reagiert irritiert auf den Leerstand alter Stadtsparkasse-Filialen. Der OB Dieter Reiter lässt Konsequenzen prüfen.

München - Dass ein Jahr nach ihrer Schließung die allermeisten Schalterhallen der Stadtsparkasse immer noch leerstehen, sorgt im Rathaus für Unverständnis.

Fraktionsübergreifend wurde am Montag der Ruf nach Konsequenzen laut. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) erklärte: "Aufgrund der Berichterstattung der Abendzeitung werde ich die Stadtsparkasse bitten, mir eine genaue Aufstellung der derzeitigen Leerstände ihrer Gebäude und ehemaligen Filialen zu geben – sowie Angaben zur Dauer des Leerstands und zur Planung der künftigen Nutzung der Gebäude."

Leerstand sei zwar "gerade in Übergangszeiten von einem auf den anderen Mieter oder Eigentümer nicht immer zu vermeiden". Aber: "Es sollte alles unternommen werden, diese Zeiten so kurz wie möglich zu halten." Das gelte auch für die "zuständige Genehmigungsbehörde", sagte Reiter explizit. Die Stadtsparkasse hatte wie berichtet moniert, dass Genehmigungen zur Umnutzung sechs Monate dauerten.

Kritik an der Stadtsparkasse kam gestern auch von der OB-Kandidatin der CSU, Kristina Frank. "Wir brauchen in München jeden Quadratmeter Raum für Nutzungen aller Art", sagte sie der AZ. "Die Stadtsparkasse sollte ihre ehemaligen Filialen keinen Tag länger leerstehen lassen und sie schnellstmöglich vermieten."

Grüne sprechen von "Sündenfall"

Während längerer Planungsphasen böten sich "temporäre Zwischennutzungen" an, betonte Frank. "Selbst für kleine Objekte gibt es erheblichen Bedarf, was die zahlreichen Bewerbungen für das Standl am Elisabethmarkt beweisen."

Auch die Grünen riefen gestern nach Konsequenzen aus dem Fall. Er habe "das mit großem Erstaunen in der AZ gelesen", sagte Fraktionschef Florian Roth. "In München sind Flächen ein sehr hohes Gut. Für ein Unternehmen, das sich der Allgemeinheit verpflichtet fühlen sollte, ist das schon ein Sündenfall." Die Grünen tragen das Thema nun auch offiziell in den Stadtrat – mit einer Anfrage zu den einzelnen Fällen und nach Möglichkeiten für kulturelle Zwischennutzungen.

 

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