Irres Finish bei Hertha gegen Bayern Bayern duselt sich zum 1:1 - in allerletzter Sekunde

, aktualisiert am 18.02.2017 - 17:59 Uhr
Die Bayern können's selbst kaum glauben. In der letzten Sekunde trifft Robert Lewandowski gegen Hertha BSC zum Ausgleich. Foto: dpa

Das war knapp! Der Schiedsrichter holte schon Luft zum Abpfiff als Robert Lewandowski noch das 1:1-Unentschieden erzielt. Für den FC Bayern ist es gegen Hertha BSC Berlin ein glücklicher Punktgewinn.

 

"Immer Glück ist auch irgendwann Können" – an diesen Satz von Bayerns Co-Trainer Hermann Gerland dürfte sich die Ancelotti-Elf nach dem Spiel gegen Hertha erinnert haben. Eine Hundertstelsekunde vor dem Schlusspfiff hat Robert Lewandowski den Ausgleich erzielt. Nach der Gala in der Champions League hat der bayerische Torgarant dem Rekordmeister in allerletzter Sekunde einen Punkt gerettet.

Die Münchner schafften drei Tage nach der 5:1-Traumvorstellung gegen den FC Arsenal im Liga-Alltag beim mutig aufspielenden Hauptstadtclub Hertha BSC durch ein Tor des eingewechselten Polen in der sechsten Minute der Nachspielzeit noch ein 1:1 (0:1). Lange Zeit hatte es nach dem Führungstor des rechtzeitig wieder treffsicheren Vedad Ibisevic (21. Minute) nach der zweiten Saison-Niederlage für das Starensemble von Trainer Carlo Ancelotti auf nationaler Ebene ausgesehen. Verfolger RB Leipzig (42 Punkte) kann am Sonntag in Mönchengladbach dennoch den Abstand zu Spitzenreiter Bayern (50) wieder verringern.

In letzter Sekunde: Lewandowski staubt zu 16. Saisontor ab

Hertha-Torjäger Ibisevic beendete nach 656 trefferlosen Minuten seine persönliche Ladehemmung - sein 101. Bundesliga-Tor vor 74 667 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion reichte aber nicht. Nach einem Freistoß von Thiago und einem Schuss von Arjen Robben hatte Maximilian Mittelstädt zunächst noch auf der Linie geklärt, aber Lewandowski staubte zu seinem 16. Saisontor ab. Hertha bleibt der erste Punkt gegen Bayern seit Februar 2009. In der Tabelle stehen die Berliner mit 34 Punkten auf Platz sechs.

Die nach einer starken Hinrunde in diesem Jahr vor dem Bayern-Spiel noch nicht überzeugenden Berliner zeigten am 21. Spieltag der Fußball-Bundesliga schon in der Startphase, dass sie nach elf Niederlagen gegen die Bayern nacheinander nicht gewillt waren, dem Tabellenführer die Punkte auf dem goldenen Tablett zu servieren.

Schiedsrichter Patrick Ittrich entschied bei einem Zweikampf von Arturo Vidal gegen den starken Marvin Plattenhardt auf Freistoß, obwohl der Chilene den Berliner nicht getroffen hatte. Plattenhardt zirkelte den Ball flach nach innen. Ibisevic war vor Mats Hummels am Ball und schoss aus Nahdistanz direkt ein.

Wenn was ging, dann über Robben und Lahm

Es war Herthas erstes Tor gegen die Bayern nach 474 Minuten. Danach traf Ibisevic noch einmal, allerdings aus klarer Abseitsposition (38.). Nochmals der Hertha-Torjäger (50.) und Genki Haraguchi (56.) hätten sogar für einen zweiten Berliner Treffer sorgen können.

Die Gäste, die in der ersten Hälfte nur zwei halbwegs gefährliche Offensivaktionen durch Kapitän Philipp Lahm (19.) und Robben (35.) zustande brachten, erhöhten nach der Pause den Druck. Weltmeister Thomas Müller, Joshua Kimmich und Juan Bernat waren nach der 5:1-Gala in der Champions League gegen den FC Arsenal neu in die Startelf gerückt - allerdings mit bescheidener Wirkung.

Der zunächst geschonte Topstürmer Lewandowski und Xabi Alonso kamen nach einer Stunde ins Spiel. "Die Motivation ist ein bisschen anders, wenn du ein K.o.-Spiel spielst statt Bundesliga", hatte Coach Ancelotti schon vor der Partie auf das wohl größte Problem verwiesen.

Immer wieder stoppten die aggressiven und fleißigen Berliner den Spielfluss der Gäste. Einen verheißungsvollen Freistoß aus 18 Metern setzte Lewandowski in die Mauer (71.). Ein Schuss von Alonso wenig später wurde abgeblockt. Und Hertha-Keeper Rune Jarstein parierte einen Minute vor Schluss großartig einen Freistoß von David Alaba. Doch dann kam doch noch Lewandowski zum Torerfolg.

 

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