Irre Dienstvorschrift wird geändert Auch Männer ohne Hoden sollen Polizist werden dürfen

Beamte der Bundespolizei sind am Montag am Hauptbahnhof bespuckt und angegriffen worden. Foto: Bundespolizei München

Männern, die keine Hoden mehr haben, soll es bald nicht mehr verboten sein, als Polizist zu arbeiten. 

 

Berlin – Es soll das Ende einer absurden und viel kritisierten Dienstvorschrift bei der Polizei sein. Ein Schritt weg von der Diskriminierung trans- und intergeschlechtlicher Menschen und Männer, die aus anderen Gründen keine Hoden mehr haben.

Gemeint ist die "Polizeidienstvorschrift 300", die die körperlichen Voraussetzungen für die Diensttauglichkeit bei Bundespolizei und Bundeskriminalamt regelt. Laut einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Bundestagfraktion der FDP, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt, soll diese nun abgeändert werden.

Innenminister von Bund und Ländern wollen die PDV 300 abändern

Unter anderem besagt sie bislang, dass der "Verlust oder ein diesem gleichzusetzender Schwund beider Hoden" eben diese Diensttauglichkeit ausschließt. Außerdem wird ein "intaktes andrologisches (männliches) beziehungsweise gynäkologisches (weibliches) Hormonsystem" vorausgesetzt. 

Diese Regelungen beziehen sich ausschließlich auf sowohl juristisch als auch medizinisch männliche und weibliche Personen. Trans- oder intersexuelle Menschen werden hier nicht berücksichtigt. Ihnen ist der Polizeidienst, anders als in vielen anderen Ländern der EU, also kategorisch verwehrt. 

"Eine gute Entscheidung für trans- und intergeschlechtliche Menschen"

Das soll sich nun recht bald ändern. Dem Bericht nach habe eine Arbeitsgruppe bereits im November 2018 einen Entwurf zur Überarbeitung der diskriminierenden Vorschrift abgegeben, eine Billigung des Berichts sei für das Frühjahr 2019 vorgesehen. Anschließend solle die Vorschriftenkommission die "PDV 300" überarbeiten. 

"Eine gute Entscheidung u. a. für trans- und intergeschlechtliche Menschen, die im Polizeidienst für unser Land arbeiten wollen", sagt Jens Brandenburg, Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion für Themen von Schwulen, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuellen (LSBTI).

 

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