Investor spricht in der AZ Ismaik: "Steige nicht einmal für zwei Milliarden aus!"

Hasan Ismaik schwört dem TSV 1860 erneut seine Treue. Ein Ende des Machtkonflikts scheint damit in weite Ferne gerückt zu sein. Foto: dpa

Im exklusiven Interview mit der AZ spricht 1860-Investor Hasan Ismaik über die dramatischen Entwicklungen der letzten Tage. Der Jordanier erneuert dabei sein Bekenntnis zum Verein – und zum designierten Cheftrainer Daniel Bierofka.

München – In seiner größten Krise präsentiert sich der TSV 1860 zerstritten wie nie. Das Verhältnis zwischen Investor und Verein ist zerrüttet, anstatt gemeinsam nach einem Weg aus der Krise zu suchen, wird kontinuierlich gegeneinander gearbeitet. Nun legt Hasan Ismaik seine Sicht der Dinge dar.

Der jordanische Milliardär betont, dass er das Durchreichen der Löwen in Liga Vier nicht absichtlich herbeigeführt habe: "Was ich entschieden von mir weise, ist, dass ich den Zwangsabstieg in die Regionalliga geplant hätte. Glauben Sie wirklich, dass ich absichtlich mein Investment kaputt mache? Mein Plan war immer die Bundesliga und nicht die Viertklassigkeit. Wäre die Vereinsseite nur ansatzweise kooperativ gewesen, gewisse Dinge in die richtige Richtung zu lenken, hätte ich sofort das Geld überwiesen."

"Werden 1860 wieder als regionale Marke etablieren"

Trotz aller Streitigkeiten und Konflikte: bei einer Personalie sind sich Verein und Investor einig. Daniel Bierofka soll als neuer Cheftrainer die Löwen zurück in den Profifußball führen. Ismaik schwärmt, dass Bierofka "ein toller Trainer, aber ein noch besserer Mensch" sei und verrät, dass er Vitor Pereira gar nicht erst an die Gründwalder Straße geholt hätte, wenn Bierofka über die nötige Trainerlizenz für die zweite Liga verfügt hätte.

Auch nach dem Absturz in die Amateurklasse will Ismaik seine Anteile am TSV nicht verkaufen: "Niemals! Nicht für zwei Milliarden Euro!", stellt der Investor unmissverständlich klar. Stattdessen gelte es nun, gemeinsam an einem klaren Ziel zu arbeiten: "Wir werden 1860 wieder als regionale Marke etablieren." Dafür soll unter der Regie von Daniel Bierofka nun ein neuer Kader mit einheimischen Talenten zusammengestellt werden: "Der Weg mit ausländischen Spielern aus allen Ländern hat nicht funktioniert."

Wieso es überhaupt zum Zwangsabstieg kam, welche Pläne Ismaik in Sachen 50+1 verfolgt, wie er künftig mit dem Verein und seinen Funktionären umgehen will und wie er sich auf die Mitgliederversammlung am 2 Juli vorbereitet, lesen Sie in der Freitagausgabe der gedruckten Abendzeitung.

 

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