Interview vor FCB - BVB Thomas Müller: "Das war mein Bad Moment 2017"

Unter Ancelotti oft auf der Bank, bei Heynckes wieder gesetzt: Thomas Müller. Foto: dpa

Thomas Müller ist nicht auf den Mund gefallen. Jetzt hat der Nationalspieler verraten, was sein schlimmster Moment in 2017 war. Und wie sich das "Triple-Feeling" wieder einstellen kann.

 

München - Manchmal braucht selbst Thomas Müller einen kleinen Tritt. Oder zumindest eine verbale Stichelei. "Irgendwann muss er wieder anfangen, Tore zu schießen. Deshalb weiß ich nicht, ob ein übermäßiges Lob angebracht ist", sagte Trainer Jupp Heynckes nach dem mühsamen 1:0-Erfolg des FC Bayern am vergangenen Wochenende beim VfB Stuttgart – den der eingewechselte Müller mit einem satten Linksschuss ermöglicht hatte. Heynckes lachte und erklärte weiter: "Thomas hat heute den linken Hammer ausgepackt, den er normalerweise nur zum Stehen hat."

Dank Jupp Heynckes ist die Leichtigkeit beim FC Bayern zurückgekehrt

Es läuft bei den Bayern und bei Müller. Die Stimmung ist gut, die Leichtigkeit zurück. Gerade für den Lust-und-Laune-Spieler Müller ist das wichtig. "Jupp Heynckes ist ein Mensch, der lebt und Freude versprüht, der immer bereit ist, Ironie und Witz an den Tag zu legen", sagte Müller vor dem DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Dortmund (Hier geht's zum AZ-Liveticker) bei "goal.com": "Das war kein top seriöses Gespräch, aber natürlich will er mir damit auch sagen, dass ein gewisser Anspruch da ist – aber das weiß ich auch. Es ist immer Zuckerbrot und Peitsche, das kenne ich schon von meinen anderen Trainern."

Das macht Heynckes besser als Vorgänger Ancelotti

Mit Heynckes hat Müller nun wieder einen Coach an der Seite, der genau weiß, wie er ihn anpacken muss, wann er Lob braucht – und wann auch mal ein bisschen Motivation. "Jupp Heynckes ist immer noch der gleiche Trainer und Mensch. Er arbeitet mit großem Einsatz, schraubt an jedem Detail und ist eine fantastische Persönlichkeit", schwärmte Müller in der "Sport Bild". Unter Vorgänger Carlo Ancelotti fehlte Müller diese vertraute Bindung zum Trainer – wie einigen anderen Bayern-Stars auch. Doch Vaterfigur Heynckes gibt den Spielern Sicherheit. Das sorgt für einen neuen Zusammenhalt in der Mannschaft.

Siegmaschinen statt Primaballerinnen

"Spiele über die Mentalität zu gewinnen ist elementar, wenn am Ende Titel rauskommen sollen", erklärt Müller: "Ich habe nach dem Frankfurt-Spiel gesagt: Wir haben bewiesen, dass wir eben nicht nur Primaballerinen sind." Sondern inzwischen wieder Siegmaschinen: "Seit Jupp Heynckes übernommen hat, haben wir wirklich einen enormen Lauf. Er hat versucht, seine Philosophie umzusetzen. Die Art, wie er mit den Spielern umgeht, kommt einfach sehr gut an", sagt Müller.

So schätzt Müller die Chancen auf ein erneutes Triple mit dem FC Bayern ein

Ob ein erneutes Triple für die Bayern möglich ist unter Heynckes? So wie 2013? Das Gefühl ergebe sich durch "das steigende Selbstvertrauen nach Erfolgen in den großen Spielen", so Müller: "Dazu gehört aber auch, dass es innerhalb der Mannschaft stimmt." Der 28-jährige Weltmeister wurde in dieser Hinrunde von einem Muskelfaserriss gestoppt, er fiel so lange aus wie noch nie zuvor in seiner Karriere. Auch deshalb ist die persönliche Bilanz mit drei Toren und sechs Vorlagen in 19 Spielen ausbaufähig. Doch für das WM-Jahr 2018 hat sich Müller eine ganze Menge vorgenommen. "Ich bin heiß auf Titel und werde mit meinen Kollegen gemeinsam Vollgas geben, damit wir kommendes Jahr vielleicht das nötige Quäntchen Glück auf unsere Seite ziehen", verprach er bei "goal.com".

Der "Bad Moment" 2017

Das es nicht immer so gut lief in diesem Jahr hat auch Müller nicht vergessen. Die Niederlage in der Champions League in Madrid gegen Real sei der bitterste Moment in 2017 gewesen: "Wir waren nah dran am ganz großen Wurf, haben nach 90 Minuten 2:1 gewonnen". In der Verlängerung ging das Spiel noch 2:4 verloren, im Viertelfinale war also Schluss: "Die Art und Weise wie wir dort verloren haben: Das war der Bad Moment 2017".

Wird also Zeit, dass sich das Triple Feeling wieder einstellt an der Isar. Und sollte der große Wurf tatsächlich gelingen, gäbe es bestimmt auch wieder ein Sonderlob für den Arbeitnehmer.

 

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