Interview mit Löwen-Präsident Schneider: "Keine Funkstille mit Ismaik“

Löwen-Präsident Dieter Schneider. Foto: sampics

Hier spricht Löwen-Boss Dieter Schneider über den Investor, die Kritik an Hinterberger und seine Weihnachtspläne.

 

AZ: Herr Schneider, 2012 endete aus sportlicher Sicht mit dem Pokal-Aus alles andere als feierlich. Haben Sie den Rückschlag schon verdaut?

DIETER SCHNEIDER: Es war eine Enttäuschung für uns alle. Ich sehe es allerdings nicht als Rückschlag. Das hieße ja, dass wir mit unseren Planungen völlig daneben liegen würden. Wir haben bei den Einnahmen nur die erste Runde des Pokals vorher einkalkuliert. Die zweite Runde war bereits ein Zubrot.

Dennoch ist es sehr ärgerlich, dass der Betrag für das Weiterkommen am Konto der Löwen vorbeiwandert.

Natürlich.

Sehen Sie Fortschritte unter dem neuen Trainer Alexander Schmidt? Viele behaupten, es habe sich noch kaum etwas verändert.

Ich denke, man sieht, dass eine Handschrift am Werk ist und dass er versucht, ohne Wunschdenken und ohne Überkrittelei unser Spiel zu verbessern. Ich sehe durchaus einen Ansatz vom Konzept her, dem man eine Chance geben muss. Dass es über Nacht nicht einfach so klappt, ist klar. Die Winterpause mit dem Trainingslager gibt dem Trainer und der Mannschaft jetzt aber die Möglichkeit, vieles noch so zur Routine zu machen, dass wir gut in die nächsten Spiele starten.

Spätestens dann ist die Bilanz gezogen, welche die Chefetage für die fußballfreie Zeit geplant hat.

Natürlich. Der Zeitplan ergibt sich ja ziemlich von selbst. Im Februar gehen die Spiele weiter, bis dahin sollten wir ja wohl Klarheit haben und die Aktionen, die nötig sind, schon beendet oder weit genug gestartet haben.

Welche Themen stehen denn auf dem Zettel?

All diejenigen, die einen Verein angehen: Sowohl die sportliche, als auch die wirtschaftliche Situation. Wir müssen schauen: Was haben wir gemacht, wie weit sind wir gekommen, wo haben wir daneben geplant und wo müssen wir justieren?

Sicherlich wird dann auch über Sportchef Hinterberger diskutiert, der arg in die Kritik geraten ist. Viele Neuzugänge waren zuletzt nicht einmal im Kader.

Wenn ich über ein geplantes Konzept und dessen Zielerreichung spreche, sind einzelne Personen auch betroffen. Ich wehre mich aber dagegen, es im Vorfeld nur auf Personen zu reduzieren und Personen vorher schon auszusuchen, über die besonders diskutiert werden soll. Wir sind als Vereinsführung jetzt gefragt, die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Werden Sie die nächsten Tage nutzen, um Kontakt mit Investor Hasan Ismaik aufzunehmen? Dieser soll zuletzt ja abgebrochen sein.

Um es klarzustellen: Es herrscht keine Funkstille. Wenn es nötig ist, werden wir Kontakt aufnehmen. Aber ich werde sicherlich nicht jedes einzelne Gespräch mit Herrn Ismaik ankündigen. Sie können aber sicher sein: Wir sind alle daran interessiert, die Kommunikation mit ihm aufrechtzuerhalten und zu verbessern. Das kriegen wir hin. Die Ereignisse der letzten Wochen haben dazu geführt, dass einige Gespräche hin und her gegangen sind. Da darf man nicht so tun, als sei nichts passiert, man darf jedoch auch nichts hereininterpretieren.

Allerdings soll Ismaik den Rücktritt von Geschäftsführer Schäfer gefordert haben.

Jeder zieht aus den Ereignissen der letzten Wochen seine Schlüsse. Von mir wird man jedoch niemals hören, dass er den Rücktritt von Schäfer gefordert hat. Ich kann nicht nachvollziehen, wie es dazu gekommen ist. Es ist nicht meine Art, darüber zu spekulieren.

Ismaik soll versucht haben, seine 1860-Anteile loszuwerden.

Mutmaßungen, die ich nicht kommentieren werde.

Freuen Sie sich nun auf die Festtage?

Die letzte Zeit war auch für mich sehr belastend. Insofern werde ich Weihnachten feiern, indem ich das alles in die hinterste Schublade stecken werde. Über die Feiertage werde ich zusammen mit meiner Familie wie jedes Jahr nach Österreich zu unserem Ferienhaus fahren.

Bleibt das Handy dann aus?

Nein, aber ich denke, dass jeder so viel Respekt hat, dass er zumindest in diesem engen zeitlichen Rahmen nur anruft, wenn es irgendwo brennt.

 

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