Interview mit Felix Neureuther „Der Basti spielt sicher“

Felix Neureuther (l.) und Bastian Schweinsteiger hatten viel Spaß als Zimmergenossen im Krankenhaus. Foto: facebook privat

Skistar Felix Neureuther spricht im AZ-Interview über die Zeit im Krankenhaus, seinen damaligen Zimmerkollegen Bastian Schweinsteiger und über den FC Bayern mit Neu-Trainer Pep Guardiola

 

MÜNCHEN AZ: Herr Neureuther, vor ein paar Wochen haben Sie uns via Facebook mit einem Foto überrascht: Sie und Bastian Schweinsteiger teilten sich ein Zimmer im Züricher Krankenhaus. Wie kam es dazu?

FELIX NEUREUTHER: An der Innenseite meines rechten Knöchels hatte sich durch den Druck vom Skischuh ein Überbein entwickelt, das noch nicht verknöchert war. Die Operation war eigentlich eine reine Vorsichtsmaßnahme, dass sich im Skischuh keine Entzündung bildet. Zwei Wochen hätte die Geschichte dauern sollen – aber nach sieben Wochen ist der Knöchel immer noch stark geschwollen.

Was ist passiert?

Da ist relativ wenig Platz zwischen Haut und Knochen, und jetzt sind die bei der OP zu nah an die Haut hin, so dass sich da ein Loch gebildet hat. Nach dem Ausfräsen ist da jetzt totes Gewebe, nicht durchblutet, so dass das Loch nicht zuwachsen kann. Das ist das Problem, dieses 20 Cent große Loch. Das wird noch ein paar Wochen dauern. Saublöd.

Da ist an Skischuhe ja überhaupt nicht zu denken. Am 7.August beginnt das Sommertrainingslager in Neuseeland...

Das wäre schon wichtig, dass ich da mitkomme. Aber das wird knapp, verdammt knapp. Es ist auch schwierig, sich vom Kopf her auf so was einzustellen. Aber das ist nicht meine erste Verletzung. Da gibt es wesentlich Schlimmeres.

Immerhin steht eine olympische Saison vor der Tür...

Das beunruhigt mich noch nicht so extrem. Ich kann ja fast wieder normal trainieren, zumindest im Kraftraum. Noch bin ich entspannt. Falls ich nicht nach Neuseeland mitgehen kann, haben wir noch einen Plan B, C und D. Dann würde ich halt im September mehr Ski fahren.

Was sind Ihre Ziele für diese Saison?

Den nächsten Schritt machen. Noch konstanter auf höherem Niveau fahren. Wenn ich das schaffe, dann weiß ich, dass es für die anderen sehr schwer wird, mich zu schlagen.

Aber wie kam es nun zu dem Doppelzimmer mit Schweinsteiger? Und warum in Zürich?

Weil da der beste Arzt ist. Aber vielleicht war es doch nicht der beste. Bei Basti war es klar, dass er operiert werden würde, und auf Empfehlung von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt sind wir dann beide nach Zürich, nach dem Motto: Geteiltes Leid ist halbes Leid.

Wie sicher ist Schweinsteigers Stammplatz angesichts von Pep Guardiolas offensichtlicher Experimentierfreude?

Der Basti spielt sicher. An dem kommt ja keiner vorbei. Aber es wird auf alle Fälle schon heftig werden. Konkurrenz belebt das Geschäft, sagt man immer so schön. Vielleicht ich das ja gut. Ich finde es schon heftig. Aber die werden sich da schon ihre Gedanken gemacht haben. Über einen wie Luiz Gustavo redet schon gar keiner mehr – aber der ist Stammspieler in der brasilianischen Nationalmannschaft!

 

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