Interview mit dem Kartclub-Vorsitzenden "Kart ist Hochleistungssport"

Sie werden bis zu 120 Stundenkilometer schnell: Zwei Kartfahrer auf der Strecke in Garching-Hochbrück. Foto: KCM

Im AZ-Vereinsporträt erklärt Andreas Ecker, der Vorsitzende des 1. Kartclub München in Garching, die Faszination der Geschwindigkeit und was das Kartfahren mit der Formel 1 verbindet.

 

AZ: Herr Ecker, Sie sind der Vorsitzende des „1. Kartclub München”. Geben Sie gerne Vollgas?
ANDREAS ECKER: Auf unserer Kartbahn in Garching natürlich schon. Da kann man an die 120 km/h draufkriegen. Aber das ist nicht der einzige Reiz, den dieser Sport ausübt.

Was reizt Sie noch?
Kartfahren auf Rennniveau ist genauso wie in der Formel 1 ein Hochleistungssport. Da zählt nicht nur Tempo, sondern auch volle Konzentration und eine akribische Vorbereitung. Abgesehen von einer sehr guten körperlichen Fitness. Nur wenn da alles stimmt und zusammenpasst, kann man auch vorne mitfahren.

So wie die kleine Nachwuchsfahrerin Sophia Flörsch, die für den Kartclub München über den Asphalt saust?
Sophia hat bei uns mit dem Kartfahren angefangen, ist allerdings nur noch relativ selten in Garching auf der Rennstrecke zu sehen.

Warum?
Sie nimmt bereits an internationalen Rennen teil, wird von ihrem Vater sehr stark gefördert und unterstützt. Trainer oder auch feste Trainingseinheiten gibt es bei uns nicht. Die wichtigste Aufgabe eines Kartclubs besteht darin, seinen Mitgliedern beste Bedingungen zu bieten. Also eine gute Rennstrecke, auf der unsere jungen wie auch älteren Fahrer Gas geben können. Außerdem bieten wir Themenabende an, bei denen erfahrene Rennfahrer Tipps und Tricks, beispielsweise bei der Fahrwerksabstimmung verraten.

Kartfahren ist mehr ein Sport für Einzelkämpfer?

Neben der Rennstrecke herrscht unter den Fahrern eine sehr familiäre Atmosphäre. Aber wenn es dann um Bestzeiten und den Sieg geht, schaut natürlich jeder auf sich und sein Kart. Kartfahren hat wenig mit Vereinssport und Teamsport zutun.

Dann gibt es bei Ihnen auch keine Schnupperkurse für Anfänger?
Nein. Aber wir haben Leihkarts, da kann jeder mal, der mindestens 1,40 Meter misst und acht Jahre alt ist, ein paar Runden drehen.

Und wer irgendwann mehr will?
Der sollte sich ein Kart und die gesamte Ausrüstung wie Rennanzug und Helm zulegen, kann dann bei uns Mitglied werden und mit einem Club-Ausweis bei kleineren Rennen starten. Für internationale Rennen braucht man eine Rennlizenz und ein ärztliches Attest. Und wie man sich schon denken kann: Kartfahren ist ein kostspieliges Vergnügen.

Was kostet so eine Rennsaison?
Mit Kart, Reifen, Transport, Rennanzug, Helm und allem drum und dran zahlt ein ambitionierter Hobbyfahrer für eine Rennsaison so um die 8000 Euro. Wer von der Formel 1 träumt und an internationalen Rennen teilnimmt muss mit über 100 000 Euro rechnen.

In Garching hat auch schon Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher Runden gedreht.
Das stimmt. Schumi war schon bei uns. Aber auch Adrian Sutil schaut immer wieder vorbei. Und wer will, kann am 15. Mai in Garching einen Lauf des „Süddeutschen ADAC Kart Cup” verfolgen und einen tiefen Blick ins Fahrerlager werfen. Da kann man mal so richtig Rennluft schnuppern. Der Eintritt ist frei.

 

0 Kommentare