Interstellar, The Zero Theorem, Die Tribute von Panem Die Kino-Tipps im November

Cooper (Matthew McConaughey) und Amelia (Anne Hathaway) müssen eine neue Heimat für die Menschheit finden Foto: ©2013 Warner Bros. Entertainment, Inc. and Paramount Picture

Ein Weltall-Epos von Christopher Nolan, ein Paparazzi-Thriller mit Jake Gyllenhaal oder konfuse Zukunftsdystopie à la Terry Gilliam. Wer die zunehmend kalte Zeit gerne im Kino verbringt, wird im November beste Gelegenheiten dazu haben.

 

Der November hat es für Cineasten mal wieder in sich. Matthew McConaughey muss in Christopher Nolans neuem Blockbuster "Interstellar" die Menschheit vor dem Aussterben retten. Nur wenig später schlüpft Jennifer Lawrence zum vorletzten Mal in die Rolle der furchtlosen Widerstandskämpferin Katniss Aberdeen in "Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1". Und zum Monatsende darf sich Christoph Waltz in Terry Gilliams skurriler Zukunftsdystopie "The Zero Theorem" so richtig austoben.

"Interstellar", 06.11.

Die Tage der Menschheit sind gezählt. Auf dem zusehends kargeren Planeten wächst kaum noch etwas, das Essen wird knapp. Das muss auch der einstige Pilot Cooper (Matthew McConaughey) einsehen, der zusammen mit seiner Familie ein Stück Land bewirtschaftet. Doch eines Tages führen ihn seltsame Anomalien in seinem Haus zur NASA, die inzwischen ein Schattendasein fristet. Dort wird im die erschütternde Wahrheit offenbart: Die Generation seiner Tochter wird die letzte sein, die in der Lage ist, auf der Erde zu überleben. Doch die Wissenschaftler haben einen Plan: Gemeinsam mit drei anderen Crew-Mitgliedern soll Cooper in ein Wurmloch fliegen, um nach einer neuen Heimat für die Menschen zu suchen.

Einschätzung:

Vom Trailer über die Handlung bis hin zum Cast: Alles an "Interstellar" verspricht, ein absolut bombastisches Kinoerlebnis zu garantieren. Stolze 170 Minuten nimmt sich Nolan für seinen neuen Blockbuster, um die Rettung der Menschheit zu inszenieren. Und so wie man das Regie-Genie kennt, erwartet das Publikum auf der Reise durch die Galaxie einige Finten und Wendungen. Wie "Inception" wird er dabei die Zuschauer zum Nachdenken anregen. Allerdings bietet sich gerade beim oftmals Kopfschmerzen bereitenden Zeitreise-Paradoxon, in dem es in "Interstellar" geht, die Gefahr, zu unverständlich zu werden. Vorkenntnisse über die Theorien des Physikers Kip Thorne, auf denen der Film basiert, erscheinen mehr als ratsam.

"Nightcrawler", 13.11.

Louis "Lou" Bloom (Jake Gyllenhaal) braucht Geld, und dafür ist ihm jedes Mittel recht. Zunächst klaut er von Baustellen, doch früh entdeckt er ein wesentlich lukrativeres Geschäft. Eines Nachts wird er Zeuge eines Verkehrsunfalls, kauft sich daraufhin einen Camcorder und beginnt, den Polizeifunk abzuhören. In der Hoffnung, die Aufnahmen an Zeitungen zu verkaufen, wird er immer skrupelloser - bis er eines Tages an Nahaufnahmen eines Mordopfers gelangt, um die sich die Zeitungen reißen.

Einschätzung:

"Nightcrawler" beleuchtet die Abgründe der modernen Nachrichtenerstattung. Bei der aktuellen Paparazzi-Flut und den Eingriffen in das Privatleben der Stars erscheint diese Thematik so relevant wie selten zuvor. Wie weit ist man bereit, für eine gute Story zu gehen? Neben dieser Gesellschaftskritik verspricht der Film von Dan Gilroy ganz nebenbei auch noch, ein spannungsgeladener Thriller zu sein.

"Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1", 20.11.

Katniss (Jennifer Lawrence) erwacht nach den Geschehnissen von "Die Tribute von Panem - Catching Fire" im Schiff der Rebellen. Distrikt 12 wurde von der Regierung zerstört, daher wird sie im entgegen der offiziellen Geschichtsschreibung noch immer existierenden Distrikt 13 versteckt. Dort befindet sich das geheime Zentrum der Revolution gegen die diktatorische Herrschaft von Präsident Snow (Donald Sutherland). Während Katniss zum Aushängeschild der Revolution aufgebaut wird, wird der gefangengenommene Peeta (Josh Hutcherson) vom Kapitol gezwungen, sich öffentlich gegen seine große Liebe zu stellen.

Einschätzung:

Der zweite Teil von "Die Tribute von Panem" ließ die Zuschauer, die nicht mit der Romanvorlage vertraut sind, mit einem fiesen Cliffhanger zurück. Umso gespannter darf man im November auf den dritten und vorletzten Teil der erfolgreichen Buchadaption sein. Viel Leerlauf wird es gleich zu Beginn nicht geben, schließlich ist Katniss gerade eben so mit dem Leben davon gekommen und auf der Flucht, während Peeta vom Kapitol gefangengenommene wurde. Interessant wird sein, ob durch die Entscheidung, das letzte Buch in zwei Filme zu teilen, genug Stoff für beide Teile von "Mockingjay" vorhanden ist. Mit einer gehörigen Portion Wehmut kann gleichzeitig der letzte Kinoauftritt von Philip Seymour Hofman verfolgt werden.

"The Zero Theorem", 27.11.

Qohen Leth (Christoph Waltz) hat nur eine simple Aufgabe: Den Sinn des Lebens herauszufinden. Das Computergenie arbeitet am "Zero Theorem", einer mathematischen Formel, die endlich Antwort auf diese essenzielle Frage geben soll. Ein Sozialleben kennt der verschrobene Eigenbrötler dabei nicht. Er redet von sich selbst stets im Plural, auf Partys fühlt er sich mehr als unwohl, körperlichen Kontakt scheut er wie der Teufel das Weihwasser. Bis er eines Tages Gesellschaft mit der hübschen Bainsley (Melanie Thierry) macht, die versucht, ihn aus seiner Isolation zu holen. Doch auf der fortwährenden Suche nach dem Grund seiner Existenz stößt Qohen auf ein düsteres Geheimnis.

Einschätzung:

Regisseur Terry Gilliam weiß seit seinen Tagen als Mitglied der Comedy-Truppe "Monty Python", wie skurriler Humor funktioniert. "The Zero Theorem" wirkt derweil wie eine bunte Mischung aus all seinen Filmwerken zuvor, eine Art "Fear and 12 Monkeys in Brazil", wenn man so will. Gerade die dystopische Zukunft und die Existenzängste der Hauptfigur lassen Gilliams neuen Film aber mehr wie eine Tragik-Komödie daherkommen, auch wenn Waltz' herrlich abgedrehtes Overacting bisweilen etwas anderes anzudeuten scheint. Für Otto-Normalbetrachter dürfte "The Zero Theorem" aber eindeutig zu abgehoben sein.

Geheimtipp: "Ein Schotte macht noch keinen Sommer", 20.11.2014

Das Paar Doug (David Tennant) und Abi (Rosamund Pike) haben sich komplett entfremdet, eine Scheidung ist beschlossene Sache. Doch vorher steht leider noch ein Familientreffen in den Highlands an, bei dem sie gemeinsam mit ihren Kindern noch einmal auf heile Welt machen müssen. Das gestaltet sich jedoch schwerer als gedacht, denn ihre Kinder könnten den Plan jeden Moment sabotieren. Ein ums andere Mal drohen sie damit, das Geheimnis auffliegen zu lassen und ihre Eltern vor versammelter Familie bloßzustellen - was das Noch-Paar selbstredend um jeden Preis vermeiden will.

Einschätzung:

Mit "Ein Schotte macht noch keinen Sommer" kommt im November ein liebevoller Film für die ganze Familie in die Kinos. Nachdem sich Rosamund Pike zuletzt an der Seite von Ben Affleck in David Finchers "Gone Girl" austoben durfte, darf sie in dieser kleinen Produktion gemeinsam mit "Doctor Who"-Darsteller David Tennant brillieren. Das dürfte selbstredend kein Meilenstein der Kinogeschichte sein, aber als Feel-Good-Komödie die Zuschauer nach den 95 Minuten Laufzeit gut gelaunt in die Nacht entlassen.

 

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