Internationaler Report Deutschland hinkt beim Mindestlohn hinterher

Der deutsche Mindestlohn wurde Anfang 2015 mit 8,50 Euro pro Stunde eingeführt. Seit Jahresbeginn liegt er bei 9,35 Euro. Foto: Jens Wolf/dpa/dpa

Der deutsche Mindestlohn wurde Anfang 2015 mit 8,50 Euro pro Stunde eingeführt. Seit Jahresbeginn liegt er bei 9,35 Euro. Im Vergleich zu anderen EU-Ländern liegt Deutschland bei der Erhöhung darunter.

 

Düsseldorf - Obwohl der Mindestlohn hierzulande zuletzt gestiegen ist, hinkt Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Ländern deutlich hinterher.

Das ist das Ergebnis des Internationalen Mindestlohnreports, den das gewerkschaftsnahe Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung am veröffentlicht hat.

"Deutschland hat den Mindestlohn erst ziemlich spät und auf relativ niedrigem Niveau eingeführt", sagte Tarifexperte Thorsten Schulten, der maßgeblich an der Auswertung beteiligt war, der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist immer noch das Ergebnis dieser Entwicklung." Der deutsche Mindestlohn wurde Anfang 2015 mit 8,50 Euro pro Stunde eingeführt. Seit Jahresbeginn liegt er bei 9,35 Euro.

Während die Untergrenzen in den 21 EU-Staaten und Großbritannien, in denen Mindestlöhne gelten, zuletzt um 6 Prozent stiegen, liegt Deutschland mit einer Erhöhung von gerade einmal 1,7 Prozent deutlich darunter. Rechnet man den Effekt der Inflation heraus, stiegen die Mindestlöhne EU-weit um 4,4 Prozent und hierzulande um 0,3 Prozent.

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