Gasteig-Interim in Sendling Das sind die Pläne für das größte Kulturzentrum in München

Das Herzstück des temporären Gasteig: Der Zwillingsbau aus Interims-Philharmonie (links) und ehemaliger Trafohalle an der Brudermühlbrücke. Foto: gmp International

Das Büro Gerkan, Marg und Partner und der Akustiker Toyota planen den Interims-Gasteig an der Brudermühlbrücke in Sendling. Ende 2019 soll mit dem Bau begonnen werden.

Sendling - Ende 2020 beginnt die Generalsanierung des Gasteig. Die dort beheimateten Institutionen werden auf das Gelände der Stadtwerke München an der Hans-Preißinger-Straße gegenüber dem Heizkraftwerk Süd an der Brudermühlbrücke umziehen.

Der Zuschlag in der Ausschreibung für die Planung der Interims-Philharmonie ging an das Architekturbüro gmp International – Gerkan, Marg und Partner. Yasuhisa Toyota erhielt den Zuschlag für das Akustik-Design. Valery Gergiev, Chefdirigent der Münchner Philharmoniker favorisierte den Japaner. Er hat Vorschläge für eine Verbesserung des Gasteig vorgelegt und ist Wunschkandidat von Mariss Jansons für den Sound des kommenden Konzertsaals im Werksviertel.

Interims-Gasteig in Sendling: So sind die Pläne

In der Interimsphilharmonie werden alle Abo-Konzerte der Philharmoniker, ein Teil der Auftritte des BR-Symphonieorchesters sowie Gastspiele veranstaltet. Die Besucher betreten den Saal über die denkmalgeschützte Trafohalle. Sie wird für Garderoben, Bars und das Foyer umgebaut. Der Saal selbst soll über 1.800 Sitzplätze verfügen und Anforderungen an einen Konzertsaal mit hervorragender Akustik genügen.

Gerkan, Marg und Partner ist eines der größten deutschen Architekturbüros. Es verfügt über weltweite Erfahrung im Bau von Veranstaltungshäusern. Von Toyota stammt die nicht unumstrittene Akustik der Elbphilharmonie.

Nach weiteren planungsrechtlichen Schritten soll mit dem Bau im Sommer 2019 begonnen werden. Die Ausschreibung für weitere Modulbauten, in denen die Stadtbibliothek, die Volkshochschule und die Musikhochschule unterkommen werden, läuft noch.
 


Und das ist der Stand der Dinge im Werksviertel

Auch beim Konzertsaal im Werksviertel geht es voran – in kleinen Schritten. Der Vertrag zwischen dem Freistaat und dem Bregenzer Architekturbüro Cukrowicz Nachbaur ist unterschriftsreif.

Im nächsten Schritt sollen die Architekten ihren Entwurf weiter ausarbeiten und die Kosten schätzen. Ergebnisse sollen im Sommer 2019 vorliegen. In Kürze soll die Gestaltung der Akustik ausgeschrieben werden. Hier wird sich mit Sicherheit der vom Dirigenten Mariss Jansons favorisierte Yasuhisa Toyota bewerben, der bereits den Zuschlag bei der Stadt erhielt.

Am Mittwoch wurde im Kulturausschuss des Landtags über das Konzerthaus beraten. Die Opposition hatte Aufklärung gefordert und beantragt, die Planung nicht am Landtag vorbei voranzutreiben. Sie will mehr Informationen.

Kritik kam auch von der CSU: Ihr Abgeordneter Ernst Weidenbusch brachte für die nächste Planungsphase eine parallele Beauftragung von Cukrowicz Nachbaur und des Zweitplatzierten, der PFP Planungs GmbH aus Hamburg, ins Spiel. Ob das juristisch möglich ist, blieb offen.

Isabell Zacharias (SPD) forderte mehr Flächen für Bildungsarbeit und Jugendaktivitäten. Michael Piazolo (Freie Wähler) wünscht sich ein erheblich stärkeres finanzielles Engagement des Bayerischen Rundfunks, dessen Symphonieorchester den Saal seit langem fordert.

Diskutiert wurde auch über die im Vertrag mit den Architekten vorgesehene Kostenkontrolle: Sollten die Architekten feststellen, dass der Bau teurer wird als 300 Millionen Euro, müssen sie das melden.

Diese Zahl hält ein Teil der Architekten für willkürlich. Sepp Dürr (Grüne) forderte aus den Erfahrungen bei anderen Neubauten eine exakte Planung, um die Kosten nicht explodieren zu lassen.

Fraktionsgrenzen spielen im Landtag bei der Konzertsaalfrage nur eine geringe Rolle. Deshalb ist auf diesem Gebiet mit Überraschungen zu rechnen. In einem dürften sich alle Fraktionen einig sein: Man will sich den Bau leisten, Luxus soll aber vermieden werden. 

 

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