Innenverteidiger des FC Bayern Jérôme Boateng: Vom einstigen Fremdkörper zur Vorbereitungs-Überraschung

"Ich möchte keinesfalls meine Karriere ausklingen lassen, im Gegenteil", sagt Weltmeister-Innenverteidiger Jérôme Boateng, der nun wohl doch beim FC Bayern bleibt. Foto: sampics/Augenklick

Der Wechsel von Jérôme Boateng galt schon als sicher, Präsident Uli Hoeneß hatte ihm öffentlich zum Abschied bei Bayern geraten. Doch jetzt will es der Verteidiger nochmal wissen. "Ich brenne noch."

 

München - Ausschließen wollte Niko Kovac bis zum Ende der Transferphase am 2. September "gar nichts".

Aber vor dem Bundesligastart des FC Bayern am Freitagabend gegen Hertha BSC (20.30 Uhr, ZDF, DAZN und im AZ-Liveticker) deutete alles auf einen überraschenden Verbleib von Rio-Weltmeister Jérôme Boateng in München hin. Der Innenverteidiger sei, sagte der Münchner Trainer, "ein fester Bestandteil der Mannschaft", der Rekordmeister mit Boateng in der Abwehr "im Moment sehr gut aufgestellt".

Hoeneß legte Boateng Abschied nahe

Es ist eine sehr überraschende Entwicklung. Wie ein "Fremdkörper" wirke Boateng. Es wäre für den 30-Jährigen besser, "sich einen neuen Verein zu suchen", sagte Bayerns Präsident Uli Hoeneß in seiner unnachahmlichen Polter-Art. Knapp drei Monate ist das her, ein Abschied von Boateng galt als sicher. Und jetzt? Boateng ist immer noch in München.

Ein Fremdkörper dahoam? Schon im vergangenen Sommer war ein Transfer, damals zu Paris St. Germain, gescheitert. In diesem Jahr gab es offenbar (noch) nicht den passenden Abnehmer. So machte Boateng, dessen Vertrag in München noch bis 2021 läuft, in der Vorbereitung das Beste aus der Situation: Der frühere Nationalspieler zeigte sich fokussiert und fleißig – und war vor allem um gute Laune bemüht.

Inzwischen entschuldigte sich Boateng sogar für seinen lustlosen Auftritt bei der Meisterfeier im Mai. "Ich weiß, dass viele mein Verhalten damals kritisch gesehen haben, auch viele Fans. Und ich verstehe das. Egal, wie es jetzt weitergeht: Ich möchte mich auf jeden Fall dafür entschuldigen", sagte er jetzt der "Bild am Sonntag".

Boateng beteuerte, dass es keine Provokation gewesen sein soll. "Das war nicht in Ordnung, aber ich wollte wirklich niemanden verärgern oder beleidigen. Ich habe nur aus tiefer Enttäuschung über meine Situation gehandelt. Ich konnte irgendwie nicht anders", ergänzte Boateng.

Boateng will es nochmal allen zeigen

Abgehakt. Boateng sei ein "Spieler wie jeder andere auch" im Münchner Kader, betonte Kovac zuletzt mehrmals. Soll heißen: mit gleichen Chancen, aber auch weiter mit dem Risiko, wie vergangene Saison öfter auf der Bank zu sitzen.

Zumal die Konkurrenz trotz des Abgangs von Mats Hummels noch größer ist. In Rekordeinkauf Lucas Hernández, der für stolze 80 Millionen Euro von Atlético Madrid kam, und Benjamin Pavard (Stuttgart/35 Millionen) haben die Bayern für ihre Abwehr zwei Weltmeister verpflichtet, Niklas Süle ist ohnehin gesetzt.

Doch Boateng will angreifen, wie er vor Wochen bereits unterstrich. "Ich möchte keinesfalls meine Karriere ausklingen lassen, im Gegenteil", sagte er im "kicker". Nachdem er in der vergangenen Saison "so oft gebremst wurde, will ich zeigen: Ich bin noch voll da. Ich brenne immer noch. Ich bin heiß."

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