Innenverteidiger des FC Bayern Bieten um Jérôme Boateng: Bleibt er oder geht er?

, aktualisiert am 07.08.2018 - 18:42 Uhr

Die Zukunft von Jérôme Boateng beim FC Bayern bleibt unklar. Der FC Arsenal und Manchester United steigen in den Transferpoker ein. Franck Ribéry: "Er ist sehr wichtig für uns und für mich einer der besten Innenverteidiger der Welt."

München/Rottach-Egern - Zu den auffälligsten Akteuren gehörte Jérôme Boateng am Montag im Trainingslager des FC Bayern am Tegernsee. Und das lag nicht nur daran, dass er seine Hose im Cristiano-Ronaldo-Style hochgekrempelt hatte, sondern vor allem daran, dass er bei den intensiven Laufeinheiten voll mitzog.

Präsentiert sich so jemand, der mit Bayern bereits abgeschlossen hat? Im Anschluss nahm er sich viel Zeit für die Fans beim Autogrammeschreiben. Es könnten seine letzten im Trikot des FC Bayern gewesen sein. "Da gibt es nichts Neues", sagte Bayern-Trainer Niko Kovac über einen möglichen Abgang Boatengs und wünschte sich nach dem 1:0 gegen Manchester United, bei dem Boateng 45 Minuten spielte, "dass das weiter so bleibt".

United nutzte den Test, um die Möglichkeiten eines Wechsels auszuloten, auch der FC Arsenal meldete Interesse an. Bis Donnerstag ist das Transferfenster in England noch geöffnet. Paris Saint-Germain und Trainer Thomas Tuchel haben im Werben um Boateng, das aufgrund der Financial-Fairplay-Regeln etwas ins Stocken geraten ist, dagegen noch bis Ende des Monats Zeit. (Hier gibt's alle Infos zum Bayern-Trainingslager im AZ-Newsblog)

Eine Bestandsaufnahme zu Boatengs möglichem Wechsel...

Das spricht gegen einen Boateng-Transfer 

Verlust eines Führungsspielers

Boateng übernimmt Verantwortung, scheut auch unangenehme Themen nicht und hat den Anspruch eines Kapitäns – in München und beim DFB-Team. Sollte er gehen, würde Bayern nach Arturo Vidals Weggang einen der letzten Typen verlieren.

Seine sportlichen Qualitäten

Bis wohin die reichen, zeigte er, als er 2013 mit Bayern das Triple gewann und 2014 mit dem DFB-Team Weltmeister wurde. Das Bollwerk mit Mats Hummels und Torhüter Manuel Neuer würde zerbrechen. "Er ist sehr wichtig für uns und für mich einer der besten Innenverteidiger der Welt", sagte Franck Ribéry. "Er würde uns natürlich fehlen", sagte Neuer.

Die Marke Boateng

Vor allem auch in den USA ist Boateng ein Big Player. Er pflegt geschäftliche Kontakte zu Musik-Produzent Jay-Z, traf schon NBA-Star Kevin Durant oder NFL-Quarterback Deshaun Watson. In den sozialen Netzwerken folgen ihm über zehn Millionen Menschen. Ein Gesamtpaket, das marketingtechnisch nicht viele Bayern-Profis bieten, einzig der Kolumbianer James Rodríguez verfügt über ein noch globaleres.

Das spricht für einen Boateng-Transfer 

Das Verhältnis zu den Bossen

Boateng geriet immer wieder mit Karl-Heinz Rummenigge aneinander. Am meisten krachte es, als Bayerns Vorstandsboss öffentlich sagte: "Es wäre im Sinne von ihm und dem des ganzen Klubs, wenn er mal wieder ein bisschen back to earth runterkommt." Boatengs Konter: "Das nächste Mal soll er mir das ins Gesicht sagen." Zu den Spielern, die Präsident Uli Hoeneß am Tegernsee besuchen, gehört er nicht. Zudem hat sich mit Trainer Jupp Heynckes sein großer Vertrauter in den Ruhestand verabschiedet.

Die Qualität des Kaders

"Ich habe drei fantastische Verteidiger, alle drei haben Weltformat", sagte Kovac am Sonntag und bezog sich damit auf Boateng, Hummels und Niklas Süle. Der 22-Jährige hat schon bewiesen, dass er ein würdiger Nachfolger sein kann. Auch Javi Martínez kann in der Innenverteidigung spielen und ist weit mehr als eine Notlösung. Deshalb schloss Rummenigge eine sofortige Verpflichtung von Stuttgarts Benjamin Pavard, der 2019 kommen soll, auch im Falle eines Boateng-Wechsels aus.

Das Alter

Am 3. September wird Boateng 30 Jahre alt, hatte zuletzt schon mit großen Verletzungsproblemen zu kämpfen. Womöglich ist es die letzte Chance auf einen Wechsel zu einem Topklub und einen letzten großen Vertrag. Die Ablösesumme: Bei 50 bis 60 Millionen liegt wohl die Schmerzgrenze der Bayern. Im internationalen Vergleich ist die also gar nicht mal hoch. Dabei steht Boateng noch bis 2021 in München unter Vertrag. Trotzdem wären bis zu 60 Millionen Euro ein satter Transfererlös.

 

11 Kommentare

Kommentieren

  1. null