#inKloppwetrust vs. #KloppRaus Streit unter BVB-Fans: Muss Klopp gehen?

Jürgen Klopp und seine Mannschaft wurden bei der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt von den eigenen Fans ausgepfiffen. Foto: firo/Augenklick/AZ-Montage

Während der FC Bayern ungeschlagener Spitzenreiter ist und an BVB-Star Marco Reus baggern soll, rutscht Dortmund tiefer in die Krise. Die Kritik an Trainer Jürgen Klopp wächst - die eigenen Fans streiten.

 

München - Unterschiedlicher könnte die Situation momentan kaum sein: Der FC Bayern thront mit 33 Punkten an der Tabellenspitze, ist nach dem 1:0-Auswärtssieg bei Hertha BSC immer noch ungeschlagen. Und am anderen Ende: der BVB. 11 Punkte, in Frankfurt schon wieder verloren, Tabellenletzter. Der Konkurrent der letzten Jahre hat sich erst einmal aus dem Meisterschaftsrennen verabschiedet, der Abstand zu den Bayern könnte größer nicht sein.

Da bleibt der BVB auch von einer Situation nicht verschont, die vor einigen Wochen noch undenkbar gewesen wäre: Diskussionen über Trainer Jürgen Klopp. In Frankfurt wurde die Mannschaft nach der 0:2-Pleite gnadenlos ausgepfiffen. Unter den BVB-Fans entbrannte ein Streit in den Foren, ob der emotionale Coach noch der richtige Krisen-Bewältiger sei. Auf Twitter haben sich inzwischen die Hashtags #inKloppwetrust und #Kloppraus etabliert, die BVB-Fans hinter ihre Aussagen pro oder contra Jürgen Klopp setzen und heftig diskutieren.

Bei einem Gros der BVB-Fans scheint die Meinung vorzuherrschen, die Krise gemeinsam zu bewältigen. Mit Klopp. Allerdings sind nach der neuerlichen Pleite und dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz vermehrt kritische Stimmen zu vernehmen, die auch vor einem Rauswurf des ehemaligen Mainzer Trainers nicht mehr Halt machen.

Klopps Trainer-Kollege Armin Veh ging beim VfB Stuttgart ging erst kürzlich den Weg über einen eigenen Rücktritt, da er sich nicht mehr in der Lage sah, dem Klub zu helfen. Über einen möglichen Rücktritt Klopps: "Ich halte es für ziemlich ausgeschlossen, dass er so fühlen könnte - weil auch keiner in der Mannschaft so fühlt", sagte der Innenverteidiger.

Und mitten in der Krise muss sich das Schlusslicht immer wieder mit Spekulationen um Top-Star Marco Reus auseinandersetzen. Der derzeit verletzte Nationalspieler könnte den Verein für eine festgeschriebene Ablösesumme von 25 Millionen Euro verlassen und wird von zahlreichen Top-Klubs aus ganz Europa gejagt - darunter angeblich auch der FC Bayern.

Reus-Berater Dirk Hebel stellte zwar klar, dass es momentan keine Gespräche zwischen dem BVB und den Bayern über Reus gäbe, aber nach den Abgängen von Mario Götze und Robert Lewandowski geht in Dortmund die Angst um. Der Abgang eines weiteren Leistungsträgers würde den bereits stotternden BVB-Motor gänzlich abwürgen.

Der BVB muss zusehen, schnellstmöglich die Trendwende zu schaffen, um die Krise nicht weiter zu verschärfen und aus dem Tabellenkeller zu gelangen. Der Reus-Poker, die Fan-Diskussionen um Klopp und vor allem die anhaltende Erfolglosigkeit erschweren die Situation zusätzlich. Wenn eines nicht passieren darf, dann dass die "echte Liebe", wie der Slogan des Klubs anpreist, bröckelt. Um irgendwann wieder vom anderen Tabellen-Ende zu grüßen.

 

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