Inhaber vs. Vermieter Was wird aus dem Café Playa im Asamhof?

Francesco Gulla und Elisabeth Schmidbauer führen das Café Playa seit neun Jahren zusammen. Foto: Jasmin Menrad

Das blumige Café im Asamhof schließt - oder doch nicht. Die AZ versucht zu schlichten.

Altstadt - Einen Sommer mit Tausenden Blumen wird es im Café Playa im Asamhof noch geben, dann ist Schluss - behaupten die Betreiber, Francesco Gulla und Elisabeth Schmidbauer. Denn ihr Vermieter, die Brauerei Ayinger, habe ihnen mitgeteilt, dass der zehnjährige Mietvertrag über den April 2019 hinaus nicht verlängert werde. Nur Ayinger und der Eigentümer, die City Grundstück, behaupten, die Nicht-Verlängerung sei noch nicht in Stein gemeißelt.

Das Café Playa ist kein gewöhnlicher Mieter . Immer wieder sollen laut Helmut Röschinger von der City Grundstück Beschwerden von Anwohnern und Gewerbetreibenden des Asamhofes eingegangen sein. Was die Münchner im Sommer so lieben, die üppige Dekoration der Terrasse mit Tausenden Blumen, Figuren und Figürchen, nervt einige vom Asamhof.

Geschäfte beklagen laut Röschinger, dass Passanten ihre Läden nicht bemerken könnten, weil man durch die Freischankfläche nicht durchsehen könne. Zudem stünden immer wieder Tische, Stühle und Blumentöpfe außerhalb der erlaubten Fläche.

Die Betreiber vom Café Playa fühlen sich schikaniert von den Mitarbeitern der City Grundstück, die wie ungeliebte Stammgäste ständig aufkreuzen und die üppige Dekoration beklagen. "Wir beleben den Hof. Die Gäste kommen zu uns, weil wir es so schön haben, weil wir eine Oase sind", sagt Francesco Gulla. Er kann den Ärger um seine Blumen nicht verstehen und versichert, sich stets korrekt zu verhalten - nur eben zu bunt, zu duftend, zu schön für ein Unternehmen wie die City Grundstück.

Trotz des Ärgers möchte Gulla im Asamhof bleiben. Seine Partnerin Elisabeth Schmidbauer wird sich auf absehbare Zeit in die Rente verabschieden, nachdem sie schon das Palmenhaus im Schlosspark aufgebaut hat (das jetzt ihr Sohn betreibt) und mit ihrem Mann die Hühnerbraterei Ammer führt. Jetzt fürchtet sie, dass mit ihrem Fortgang auch das Café Playa schließt.

Mehrmals hat Gulla wegen einer Verlängerung des Vertrages angefragt. Gulla möchte renovieren, investieren, aber nur, wenn es weitergeht. Die Brauerei und die City Grundstück teilen ihm jedoch mit, dass sie erst neun bis 12 Monate vor Ablauf des Mietvertrages mit ihm darüber sprechen.

Gulla sagt, auf wiederholte Nachfrage habe ihm die Brauerei dann schriftlich und mündlich mitgeteilt, dass sie den Mietvertrag nicht verlängern werden. "Darüber war ich so wütend und enttäuscht, dass ich diesen Brief zerrissen habe", sagt Gulla. Die Brauerei und die City Grundstück behaupten jedoch, es sei noch nicht abschließend geklärt, ob das Café Playa bleibe oder nicht.

Wenn's das Schriftstück mit der Nicht-Vertragsverlängerung gibt, könnten Brauerei und City Grundstück es einfach auch zerreißen. Weil die AZ hat's in vielen Telefonaten so verstanden, dass sich die Parteien zwar nicht ganz grün sind, aber das Café Playa schon bleiben könne.

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