In München vor Gericht Verbrechen aus Liebe: Die Freundin des Dealers

Die Angeklagte beim Betreten des Gerichtssaals in München. Foto: chp

Eine Studentin liebt einen Drogenhändler – und verstrickt sich in sein kriminelles Geschäft. Jetzt ist sie angeklagt

 

München - Sie hatte sich so sehr in ihn verliebt, dass sie sich auf ein gefährliches Leben einließ. Alexandra F. folgte ihrem Freund in einen Sumpf aus Drogen, illegalem Handel und schließlich auch Gewalt. Sie spielte mit – bis die Situation eskalierte, ein Mensch starb, ein anderer entführt wurde, ihr Freund in den Knast musste – und auch ihre Verstrickung in seine Machenschaften aufflog.

Alexandra F. soll mitgeholfen haben, bei erpresserischem Menschenraub und beim Drogenhandel. Jetzt steht die 24-Jährige in München vor Gericht – und die Karriere der angehenden Zahnärztin ist in Gefahr.

Alexandra F. und David M. (beide Namen geändert) lernen sich Ende 2012 kennen, in einem Lokal, in dem F. arbeitet. Schon bei diesem ersten Treffen fällt David M. ein Tütchen mit weißem Pulver aus der Tasche. „Ich dachte mir, dass das Kokain sein könnte“, sagt Alexandra F. Sie trifft sich trotzdem mit ihm. Immer öfter.

Die beiden werden ein Paar, und weil David M. keine Bleibe hat, lässt Alexandra F. ihn umsonst bei sich wohnen. Bald ist seine Drogensucht kein Geheimnis mehr. Sie habe ihn davon abbringen wollen, sagt Alexandra F. heute. Tatsächlich nimmt sie aber selbst ein halbes Dutzend verschiedener Drogen. Auch Gammabutyrolactin (GBL) ist dabei, besser bekannt als „Liquid Ecstasy“ oder „K.o.-Tropfen“.

David M. verdient sein Geld durch Drogenhandel. Das weiß Alexandra F. Sie verbietet ihm, große Mengen in ihrer Wohnung zu verstecken und von dort aus zu handeln. Gleichzeitig erlaubt sie ihm aber, Tausende Euro aus Drogengeschäften in ihrer Wohnung zu verstecken. Mehrmals greift ihr Anwalt vor Gericht ein, als Fragen zu ihrer Verstrickung in den Drogenhandel gestellt werden. Er will verhindern, dass Alexandra F. mehr sagt, als ihr in der Anklage vorgeworfen wird. Auch um den Fall, in dem ihr damaliger Freund einen jungen Mann „Liquid Ecstasy“ pur trinken und daran sterben ließ, geht es hier nicht.

Es geht nur darum, was sie am 26. Mai 2013 getan haben soll. Laut Anklage unterstützt sie ihren Freund David M. und einen Dealer-Kumpel beim Geldeintreiben. Ein Bekannter soll den Beiden rund 6000 Euro schulden. Weil er nicht zahlen kann, wollen sie ihn durch eine Entführung und Todesdrohungen dazu zwingen, das Geld von Dritten zu besorgen. Alexandra F. macht laut Anklage die Fahrerin, während die beiden Männer das Opfer bedrohen, bis der seinen Vater bittet, zu zahlen. Bei der Geldübergabe kann die Polizei die Täter festnehmen. Sie werden verurteilt. Alexandra F. bleibt erst einmal auf freiem Fuß.

Ihr wird jetzt der Prozess gemacht. „Die Anklage stimmt zum größten Teil“, sagt sie. Es sind weitere zwei Verhandlungstage angesetzt.

 

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