In München vor Gericht Mit dem Gabelstapler 28 Autos weggeräumt

Anwalt Lutz Libbertz und der Bauer Rudolf M. (76). Foto: th

Landwirt Rudolf M. aus München Aubing will keine Altwagen auf seinem Grundstück – und macht klar Schiff. Mit einem Gabelstapler räumt er 28 Autos weg.

München - Bodenständig, gerade heraus und zupackend – Landwirt Rudolf M. (76) fackelt nicht lange, wenn ihm einer komisch kommt: „Ich habe ihm mehrmals gesagt, er darf seine Schrottkarren nicht nicht auf dem Gelände abstellen.“

Aber der Autohändler reagierte nicht. Rudolf M. schaffte im Sommer 2011 wieder Ordnung. Mit einem Gabelstapler räumte er 28 Autos und den Bürocontainer vom Betriebsgelände in der Georg-Böhmer-Straße ab. Dafür stand er jetzt wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Sachbeschädigung in 28 Fällen vor dem Münchner Amtsgericht. Gesamtschaden: 46000 Euro

„Ich hatte das Gelände an jemanden vermietet und der hat an den Autohändler ohne meine Zustimmung untervermietet. Das geht doch nicht“, empörte sich der Landwirt. Am 25. Juli 2011, gegen 14.30 Uhr, schnappte er sich den Gabelstapler seines Sohnes, obwohl er selbst keinen Führerschein mehr hat. Dennoch fuhr er los und brachte drei Autos an den Waldrand in der Nähe.

Zehn Tage später leistete Rudolf M. ganze Arbeit, schaffte in zwei Tagen die letzten 25 Autos weg. Auch den Bürocontainer versetzte er. Amtsrichterin Katja Ciolek-Krepold: „Sie dürfen nicht Selbstjustiz ausüben.“ Strafverteidiger Lutz Libbertz: „46000 Euro Schaden ist lächerlich. Das sind Schrottautos.

Der Autohändler hat ein Gefälligkeitsgutachten für 11000 Euro erstellen lassen. Mein Mandant konnte nicht ahnen, dass man für einen Gabelstapler einen Führerschein braucht. Ich fordere einen Freispruch.“ Daraus wurde nichts. Urteil: Fünf Monate Haft mit Bewährung und 500 Euro an eine Einrichtung für Demenzkranke.

 

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