In Milbertshofen München: Räuber scheitert an hartnäckigem Lotto-Ladenbesitzer

Ein Lotto-Geschäft in der Georgenschwaigstraße ist am Dienstag von einem Unbekannten überfallen worden. Zu holen gab für den Räuber allerdings nichts. Foto: Google Streetview

Ein Räuber wollte am Dienstag einen Lotto-Laden in der Georgenschwaigstraße in Milbertshofen ausrauben. Doch er hatte die Rechnung ohne den Wirt - oder genauer den Ladeninhaber - gemacht. 

München - Nicht gerade ungefährlich, was sich da der Besitzer eines Lotto- und Schreibwarengeschäfts in Milbertshofen getraut hat. Der 67-Jährige schlug am Dienstag einen bewaffneten Räuber in die Flucht. Gegen 17 Uhr betrat ein etwa 25 Jahre alter Mann mit Knebelbart das Geschäft in der Georgenschwaigstraße. Der Räuber hatte freie Bahn. Nur der 67-Jährige stand hinter der Theke seines Geschäfts.

Kunden waren nicht in dem Laden. Der Täter war nicht maskiert und machte zunächst den Eindruck, als sei er ein ganz normaler Kunde. Er sprach den Ladenbesitzer an und kam dann aber sofort zur Sache. "Geld her", verlangte der Mann. Doch der Ladenbesitzer blieb ganz cool. Der 67-Jährige zeigte nicht die geringste Bereitschaft, seine Kasse zu öffnen und dem Mann seine Tageseinnahmen zu geben. Er sagte einfach: "Nein."

Auch die Mündung einer Pistole brachten den Inhaber nicht aus der Ruhe

"Um seiner Forderung mehr Nachdruck zu verleihen, zog der Räuber schließlich eine schwarze Pistole aus der Tasche", sagt Polizeisprecher Oliver Timper. Ob es sich dabei tatsächlich um eine echte Waffe handelte, eine Schreckschuss- oder Gaspistole oder lediglich um ein ziemlich echt aussehendes Spielzeug ist unklar. Der 67-Jährige ließ sich aber auch durch den Anblick einer Pistolenmündung nicht ins Bockshorn jagen.

Er blieb bei seinem kategorischen Nein. Seine Kasse blieb zu. Die Situation hätte jederzeit eskalieren können. Räuber und Ladenbesitzer standen sich gegenüber. "In so einer Situation ist falsches Heldentum völlig fehl am Platz", warnt Oliver Timper. "Keinesfalls sollte man sich selbst in Gefahr bringen." Besser ist es, sich den Forderungen zu fügen. Erst wenn die Gefahr vorbei ist, so der Rat der Polizei, sollte man umgehend den Notruf wählen, die 110.

Polizei warnt dringend vor Nachahmung

Der Lottoladenbesitzer aus Milbertshofen hatte in diesem Fall Glück. Der Räuber war durch das energische Auftreten des 67-Jährigen so verunsichert, dass der Mann schließlich aufgab, sich umdrehte und ohne Beute das Geschäft verließ. Der Mann ist etwa 1,75 Meter groß und schlank. Er sprach akzentfreies Deutsch. Bekleidet war er mit einer dunklen Trainingsjacke mit Kapuze.

In diesem Jahr wurden bereits mehrere Lotto- und Schreibwarengeschäfte in München überfallen und ausgeraubt. Die Kripo ermittelt in mehr als einem halben Dutzend Fällen. Ob der jüngste Überfall mit ihnen in Verbindung steht, wird überprüft.


Zeugenaufruf der Polizei München: Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 21, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

 

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