In der Tiefgarage vergessen Mann (50) findet Auto sechs Monate lang nicht wieder

Ein 50-Jähriger findet nach sechs Monaten sein Auto wieder. Foto: rh

Ein halbes Jahr steht der Opel in einem Parkhaus am Hauptbahnhof. Der Besitzer (50) kann sich nicht erinnern, in welchem er sein gutes Stück abgestellt hat.

 

Ludwigsvorstadt - Seine Lesebrille kann man verlegen. Oder seine Hausschlüssel. Beim Auto wird die Sache schon kritischer. Vor allem, wenn die Kiste im Parkhaus steht und die Uhr gnadenlos weiter läuft. Eine dicke Staubschicht bedeckt den dunkelblauen Opel Corsa. Seit 170 Tagen steht er im Parkhaus unter der Hopfenpost, gleich neben dem Hauptbahnhof.

Ein offenbar verärgerter Besucher des benachbarten Nachtclubs „Capitol“ hat sich auf der Motorhaube verewigt und neben einem Penis einen nicht ganz jugendfreien Gruß an die Bar hinterlassen.

Ansonsten scheint der Kleinwagen unversehrt, kein Parkrempler, nicht aufgebrochen und auch leer geräumt. Abgesehen davon, dass in zwei Wochen der Tüv abläuft und er im März zur Hauptuntersuchung muss, dürfte mit dem Flitzer alles in Ordnung sein.

Monatliche Pauschale wäre günstiger

Vorausgesetzt, er schafft den Tüv, würde es sich vielleicht sogar noch lohnen, den Wagen auszulösen. Immerhin sind zwischenzeitlich Gebühren in Höhe von rund 2400 Euro angefallen. Billiger würde es nur mit der monatlichen Pauschale. Das wären dann immerhin noch 780 Euro.

Der Wagen gehört einem 50-Jährigen aus Markt Schwaben. Am 31. August letzten Jahres machte der Koch eine Verlustanzeige bei der Polizei. Er habe sein Auto in einem Parkhaus in der Nähe des Hauptbahnhofs abgestellt, gab er damals zu Protokoll. An mehr könne er sich nicht erinnern.

Keine intensive Suche: Auto ist leicht zu finden

Besonders intensiv scheint der Mann nach seinem Auto im vergangenen halben Jahr nicht gesucht zu haben. Rund um den Hauptbahnhof gibt es etwa ein halbes Dutzend Parkhäuser. Die hätte er locker an einem Tag ablaufen können. Sein Auto hätte der Koch schnell gefunden. Der Corsa steht in der Tiefgarage an der Hopfenpost gleich im ersten Parkdeck, nur ein paar Meter hinter der Schranke auf der linken Seite. Eigentlich nicht zu übersehen.

Auf dem Beifahrersitz liegt sogar noch der Parkschein. Auf dem ist der Name des Parkhauses vermerkt, dazu die Einfahrtzeit 31. August 13.28 Uhr und sogar Einfahrt B, rechts. Den Schein hätte der Koch nur einstecken müssen, schon wäre die Sache klar gewesen.

Besitzer noch nicht erreicht

Ein bisserl schluderig scheint der Besitzer also tatsächlich zu sein. Vielleicht lag’s aber einfach auch nur am Stress in der Küche. Man weiß ja, wie es in der Gastronomie zugeht. Da kann es schon mal passieren, dass man nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht. Zumindest sollte man dann aber noch wissen, wo das eigene Auto abgeblieben ist.

Am letzten Freitag meldete der Parkhausbetreiber den Corsa der Polizei. Seitdem versuchen die Beamten der PI Poing, den Koch zu erreichen. Bisher ohne Erfolg.

 

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