In der Maxvorstadt Gegen Abriss: "Die Paul-Heyse-Villa soll bleiben!"

Bedrohtes Idyll: Paul-Heyse-Villa am Königsplatz. Foto: Martha Schlüter

An der Stelle, wo die Paul-Heyse-Villa steht, soll womöglich ein fünfstöckiges Wohnhaus enstehen. Der Widerstand gegen den Abriss wächst. 

Maxvorstadt - Sie steht in der Nähe des Königplatzes, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Glyptothek, seit fast 200 Jahren: Die Villa, in der einst Paul Heyse lebte und die heute unter dem Namen Paul-Heyse-Villa bekannt ist.

Während des zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude teilweise zerstört, dann wieder aufgebaut und durch diesen Wiederaufbau hat das Gebäude seinen Denkmalschutz verloren. Jetzt möchte der Besitzer an dieser Stelle womöglich einen fünfstöckigen Neubau hinstellen, das ist zumindest eine von mehreren Optionen - die Stadt war mit einem Antrag vor Gericht vorerst gescheitert.

In einem schriftlichen Statement seitens der Besitzer-Seite vom August heißt es jedoch auch: „Das im Zweiten Weltkrieg erheblich zerstörte Gebäude auf dem Grundstück Luisenstraße 22 in München befindet sich nach seinem Wiederaufbau und den Umbaumaßnahmen durch den Vorbesitzer bautechnisch auf dem Stand der 1950er Jahre und ist heute unzweifelhaft stark sanierungsbedürftig. Ziel war und ist eine bauliche Lösung, die eine architektonisch ansprechende künftige Nutzung zulässt und dem würdigen Andenken an den Ort, an dem Paul Heyse gelebt und gearbeitet hat, einen angemessen Raum gibt. Hierzu wurden vom Architekten aktuell mehrere Ideen unterschiedlichen Inhalts entwickelt, die im Dialog mit Vertretern der Stadt lösungsorientiert erörtert werden sollen. Der bereits für den 4. Juli 2013 vereinbarte Termin musste leider von Seiten der Vertreter der Stadt München krankheitsbedingt abgesagt werden. Ein Ersatztermin steht noch aus.“

Der Bezirksausschuss engagiert sich für den Erhalt der Villa. 

"Wir schicken einen Appell an die Stadt. Es soll alles versucht werden, die Villa zu erhalten - wir müssen im Sinne von Ludwig I. handeln, der bestimmt nicht gewollt hätte, dass in dem Park ein fünfstöckiges Wohnhaus steht", sagt Oskar Holl, Vorsitzender des Bezirksausschusses.

Die Villa sei in einem Atemzug mit der Villa Stuck und dem Lenbachhaus zu nennen. "Niemand würde auf die Idee kommen, die beiden Gebäude abzureißen."

Zudem gibt es einen genehmigten Antrag von Anfang 2008 - darin fordert der BA eine Gedenktafel für Paul Heyse.

Bis heute gibt es diese Gedenktafel nicht und der BA möchte jetzt von Oberbürgermeiste Christian Ude wissen, warum nicht.

Der Schriftsteller war der erste deutsche Autor, der für seine Werke den Nobelpreis der Literatur bekommen hat, er lebte von 1854 bis zu seinem Tod 1914 in München.

 

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