Immobilienbericht 85.000 Euro pro Quadratmeter

Immobilien sind extrem begehrt, gerade in München. (Archivbild) Foto: Daniel von Loeper

Das ist der Preis für Grund und Boden in der Kaufinger- und Neuhauser Straße. Nicht der einzige Wert, der einem den Atem stocken lässt, wie der Münchner Immobilienbericht 2014 verrät.

Alstadt - Vermutlich möchten Sie ja ohnehin kein Stück Baugrund in der Fußgängerzone kaufen. Das ist auch vernünftiger. Für gerade mal einen Quadratmeter wird die irre Summe von 85 000 Euro fällig. Das macht die Kaufinger-/Neuhauser Straße zum teuersten Pflaster der Republik.

Kommunalreferent Axel Markwardt, Helmut Thiele und Xaver Simmel vom Gutachterausschuss haben jetzt den Jahresbericht für den Münchner Immobilienmarkt 2014 im Rathaus vorgestellt. Wo mussten die Münchner für Immobilien besonders viel Geld hinblättern?

Rekorde

- Eine freistehende Einfamilienhaus-Villa in bester Wohnlage am Herzogpark kostete 27 Millionen Euro.

- In Bogenhauser Bestlage wurde eine Eigentumswohnung für 7,3 Millionen wieder verkauft.

- Ein Reiheneckhaus in bester Lage in Bogenhausen wechselte für rund 4,7 Millionen Euro den Besitzer.

- Für eine denkmalgeschützte Doppelhaushälfte in Nymphenburg ließ der Käufer rund 2,5 Millionen Euro springen.

Umsätze

Der Geldumsatz im Münchner Immobilien-Markt lag 2014 bei 10,5 Milliarden Euro – ein leichtes Minus von zwei Prozent zum „historischen Rekordjahr“ 2013. Das ist der erste leichte Rückgang seit 2008. Das liegt aber vor allem am Umsatz-Minus bei den Gewerbe-Immobilien.

Die Umsätze bei den Wohnimmobilien sind dagegen noch einmal kräftig gestiegen. Der Münchner Wohnwahnsinn geht also munter weiter.

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Egal ob bebaut oder unbebaute Grundstücke: Insgesamt wechselten rund 260 Hektar Fläche den Besitzer. Das entspricht der siebenfachen Größe der Theresienwiese. Immo-Experte Helmut Thiele: „Das ist immer noch sehr viel an Fläche, auch wenn es im Jahr zuvor rund 300 Hektar waren.“

Durchschnitts-Preise

Wer sich den Traum vom Eigenheim erfüllen will, muss nach wie vor besonders tief in die Tasche greifen.

- Für eine Neubau-Doppelhaushälfte in durchschnittlicher oder guter Wohnlage wurden beim Kauf rund 910 000 Euro fällig. Alles andere als ein Schnäppchen-Preis.

- Interessenten für eine 75 Quadratmeter große Eigentumswohnung in Durchschnitts-Lage mussten mit einem Kaufpreis von rund 420 000 Euro rechnen. Das sind immerhin üppige 5600 Euro pro Quadratmeter.

- Aber das ist noch vergleichsweise günstig, in guter Wohnlage kosteten 80 Quadratmeter dann 520 000 Euro. Das entspricht 6500 Euro pro Quadratmeter. „Manche zahlen das einfach von ihrem Girokonto“, sagt Thiele, ohne zu scherzen.

- Unbebaute Grundstücke für Ein- und Mehrfamilienhäuser lagen bei 950 000 Euro. Immo-Experte Thiele: „Seit 2010 explodieren die Investitionen auf dem Immobilien-Markt. Statt in Aktien und Derivate stecken die Leute ihr ganzes Geld in Immobilien. Der Markt ist immer noch überhitzt. Die Preisentwicklung beim Wohnen ist einfach nach wie vor irre.“

Die Nachfrage sei trotz dieser krassen Steigerungen ungebrochen. Ob Immobilien, Eigentumswohnungen oder Wohnbauland – hier sind die Preise noch mal steil in die Höhe geschossen. Ein Ende? Noch nicht in Sicht.

 

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