Immer Geruch im Cockpit Die Zwischenfälle mit Flugzeugen von Germanwings

Ein Airbus A320 der Fluggesellschaft Germanwings, aufgenommen am 07.03.2014 in Hamburg. Bei dem in Frankreich abgestürzten Airbus A320 handelt es sich nach Angaben der Deutschen Flugsicherung um eine Germanwings-Maschine. Die Maschine sei auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf gewesen, teilte die Flugsicherung mit. 142 Passagiere waren demnach an Bord. Foto: dpa

Der Absturz in Südfrankreich war der erste Totalverlust einer Maschine der Germanwings. Flugzeuge der Lufthansa-Tochter waren bis jetzt von kleineren Zwischenfällen betroffen - doch jedes Mal gab es das gleiche Problem.

 

Düsseldorf, München - Der Absturz von Flug 4U9525 in Südfrankreich ist der erste Totalverlust von Germanwings. Bislang kam es bei den Flugzeugen der Lufthansa-Tochter zu vier bekannten Zwischenfällen ohne größere Personenschäden.

In jedem dieser Fälle allerdings  bemerkten die Piloten einen Geruch im Cockpit. Bei einem Flug von Dublin nach Köln im Jahr 2008 war es sogar so schlimm, dass der Pilot über Empfindungsstörungen im Arm und leichtes Unwohlsein geklagt hatte. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin 'Spiegel'.

Ein Flugbegleiter sei zeitweise nicht mehr ansprechbar gewesen, auffallend viele Passagiere seien kurz nach dem Start eingeschlafen. 

Die Zwischenfälle im Überblick

Mai 2008:

Ein Flug von Dublin nach Köln musste abgebrochen werden, nachdem der Pilot über Empfindungsstörungen im Arm und leichtes Unwohlsein geklagt hatte. Wie RTL berichtete, sei ein Flugbegleiter dem Untersuchungsbericht der irischen Flugunfalluntersuchungsbehörde AAIU zufolge zeitweise nicht mehr ansprechbar gewesen, auffallend viele Passagiere seien kurz nach dem Start eingeschlafen.

Dezember 2010:

Einem Bericht von RTL zufolge nahmen die Piloten einer Germanwings-Maschine im Dezember 2010 beim Landeanflug auf den Flughafen Köln einen ungewöhnlichen Geruch wahr und klagten danach unter anderem über Schwindel, Übelkeit, Taubheitsgefühle und Konzentrationsschwierigkeiten. Laut des BFU-Berichts habe der Pilot das Flugzeug manuell landen können, während sich der Co-Pilot nur noch schwer auf das Geschehen konzentrieren konnte. Nach der Landung wurde bei beiden Piloten im Rettungswagen eine sehr niedrige Sauerstoffsättigung im Blut gemessen. Eine Unterversorgung kann zu Ohnmacht führen. Dem Bericht zufolge stammte der Geruch "mit hoher Wahrscheinlichkeit von Enteisungsflüssigkeit".

Mai 2014:
Wegen eines ungewöhnlichen Geruchs bricht ein Pilot den Start einer Germanwings Maschine vom Flughafen Cagliari auf Sardinien ab. Der Airbus der Lufthansa-Tochter kehrt vorsorglich zum Gate zurück. Die 143 Passagiere verlassen die Maschinen und fliegen mit einem Ersatzflugzeug zum Airport Köln/Bonn.

Mai 2013:
Wegen starken Geruchs in Cockpit und Kabine landen Germanwings-Piloten eine Maschine aus Sicherheitsgründen außerplanmäßig. Kurz nach dem Start in London kehren sie zurück, statt planmäßig Stuttgart anzusteuern. Die 141 Insassen verlassen den Airbus über die Treppen.

 

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