Im Umfeld der Olympischen Spiele verhaftet Mitglieder von Pussy Riot angeblich in Sotschi festgenommen

Maria Aljochina (li.) und Nadeschda Tolokonnikowa (re.) bei einer Veranstaltung von "Amnesty International" Anfang Februar 2014 Foto: Evan Agostini/Invision/AP

Knapp zwei Monate in Freiheit, und schon wieder verhaftet? Wie diese selbst berichten, wurden zwei Mitglieder von Pussy Riot im Umfeld der Olympischen Spiele in Sotschi festgenommen - wegen Diebstahls, wie es heißt. Erst im Dezember letzten Jahres waren sie im Zuge einer Amnestie von Putin aus zweijähriger Lagerhaft entlassen worden.

 

Sotschi - Wie zwei Mitglieder der Punkband Pussy Riot am Dienstagvormittag mitteilten, hat man sie in der Nähe der Olympia-Austragungsstätte in Sotschi festgenommen. Eine der beiden, die russische Aktivistin Nadeschda Tolokonnikowa (24), postete Fotos aus dem Inneren eines Polizeiautos und twitterte, dass sie, ihre Band-Kollegin Maria Aljochina (25) und weitere Aktivisten in Gewahrsam genommen worden seien. Wegen Diebstahls wären sie verhaftet und nach eigener Darstellung mit brutaler Gewalt abtransportiert worden, schreibt Tolokonnikowa weiter.

Semjon Simonow von der Menschenrechtsorganisation "Memorial" sagte dagegen der Zeitung "Die Zeit": "Aljonchina und Tolokonnikowa wollten in Sotschi eine Performance machen, um auf Probleme aufmerksam zu machen, die Pussy Riot umtreiben". Doch daraus wurde scheinbar nichts, denn wie aus den Tweets weiter hervorgeht, haben die beiden bereits 20 Stunden beim Geheimdienst FSB und bei der Polizei verbracht. Die Strafbehörden sind ihnen ein vertrauter Ort: Erst im Dezember 2013 wurden die Anti-Putin-Aktivistinnen nach fast zwei Jahren Lagerhaft im Zuge einer Generalamnestie entlassen.

Wegen "Rowdytums" wurden die jungen Mütter im Februar 2012 festgenommen, weil sie an dem berühmt gewordenen "Punk-Gebet" ihrer Band Pussy Riot in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale teilgenommen hatten. Die bekennenden Feministinnen haben sich mit ihrer scharfen Regierungs- und Kirchenkritik mächtige Feinde in Russland gemacht.

 

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