Im Sinkflug über Garmisch Laserpointer-Attacke auf Münchner Flieger

Blend-Attacken auf Flugzeugpiloten sind ein enormes Sicherheitsproblem. Foto: az

Die Boeing 737 kommt aus Mallorca und ist auf dem Weg nach München. Über Garmisch bemerken die Piloten einen grünen Strahl – er ist aufs Flugzeug gerichtet.

 

MÜNCHEN/GARMISCH - Manche mögen es für einen Spaß halten, doch es ist hochgefährlich – und strafbar: Am Samstagabend um 21.55 Uhr haben Unbekannte über Garmisch die Piloten eines Flugzeuges mit Laserpointern attackiert. Die Polizei sucht Zeugen.

Die Boeing war auf dem Weg von Palma de Mallorca nach München. Als die Maschine über Garmisch im Sinkflug war, bemerkten die Piloten den grellen grünen Lichtstrahl. Mehrere Male war er für einige Sekunden auf das Flugzeug gerichtet. Zum Glück ist nichts passiert. Laut Polizei müssen sich die Täter zwischen dem westlichen Ortsende Garmisch-Partenkirchen und der Ortschaft Krün aufgehalten haben.

Normalerweise werden Laserpointer als optische Zeigestäbe verwendet, zum Beispiel bei Vorträgen. „Es nehmen aber bundesweit die Fälle zu, in denen sie missbräuchlich eingesetzt werden”, sagt Stefan Sonntag vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Auch unter einigen Fußballfans ist es zur Unsitte geworden, Spieler zu blenden – Manuel Neuer war schon Opfer und zuletzt Mario Gomez (AZ berichtete). Im Umkreis des Münchner Flughafens ist das Problem ebenfalls bekannt. „So etwas geschieht immer wieder”, sagt Flughafensprecher Peter Prümm. „Oft sind es Leute, die das für einen Jux halten. Aber harmlos ist das nicht.” Gerade beim Landeanflug ist der Pilot gefragt – auch in Zeiten der Autopiloten. Wird er geblendet, sieht er erstmal gar nichts.

Es gibt Laserpointer in unterschiedlichen Stärken. Manche können über mehrere Kilometer hinweg blenden und bleibende Schäden am Auge verursachen. Die Boeing über Garmisch flog auf einer Höhe von 4800 Metern.

In Deutschland sind solche Laserpointer nicht im Handel, sie werden meist über Internet aus den USA bestellt. Der Besitz ist nicht strafbar, eine solche Attacke aber schon.

Laut Luftverkehrsordnung droht ein Bußgeld von bis zu 50000 Euro, auf gefährlichen Eingriff in den Flugverkehr steht außerdem ein Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren.

Hinweise an die Polizei Garmisch-Partenkirchen unter Tel. 08821 – 917200

 

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