Im Railjet getötet Polizei sucht eine Asiatin um die 20 Jahre mit schwarzen Haaren

In solchen weißen Fahrzeugen werden die Müllsäcke aus den Zügen abtransportiert. Die Spurensicherung durchsucht den Müll jetzt nach Hinweisen. Foto: Agnes Vogt

Im Fall des toten Babys aus dem Fernzug München-Budapest sucht die Polizei eine junge Asiatin, die im Speisewagen saß.

München, Wien - Das Bordpersonal des Railjet 68 hat die Ermittlungen im Fall des ermordeten Babys einen wichtigen Schritt weitergebracht. Passagieren war aufgefallen, dass hinter Wien eine Toilette für ungefähr eine Stunde durchgehend besetzt war.

In Linz sah eine Reinigungskraft nach dem Rechten, die Tür war plötzlich wieder offen, aber die Kabine blutverschmiert. Der Mitarbeiter hat daraufhin die Toilette verschlossen, um den übrigen Reisenden den Anblick zu ersparen. Das tote Baby im Mülleimer entdeckte er allerdings nicht.

Hinter Linz konnte die Toilette niemand mehr benützen, deshalb wurde das tote Baby auch erst kurz nach vier Uhr morgens im Münchner Hauptbahnhof von einer Putzkolonne gefunden. „Wir gehen davon aus, dass das Kind zwischen Wien und St.Pölten zur Welt kam“, sagt Oberst Johann Golob von der Landespolizeidirektion in Wien. Dort hat man die Ermittlungen inzwischen übernommen: Es gilt das Tatort-Prinzip, deshalb müssen die Münchner den Fall abgeben.

Der kleine Bub ist nach derzeitigen Erkenntnissen am Montagabend zwischen 18 und 20 Uhr zur Welt gekommen. Die Mutter gebar das Kind in der Toilette, erstickte es laut Obduktionsbericht und steckte die Leiche in den Müllschlucker. Irgendwo zwischen St.Pölten und München hat die Mutter den Zug dann verlassen. Wo, weiß die Polizei nicht. „Wir werden die Videoaufzeichnungen an allen in Frage kommenden Bahnhöfen auswerten“, sagt Oberst Golob.

Zudem wird das Zugpersonal befragt, ob einem von ihnen eine schwangere Frau aufgefallen ist. Die Frau saß im Speisewagen. Gesucht wird eine Frau um die 20 Jahre mit schwarzen Haaren und vermutlich asiatischer Herkunft.

Das Baby war normal entwickelt, keine Frühgeburt. Deshalb müsste die Mutter über die 35. Woche hinaus gewesen sein. Eine Phase, in der man Frauen eine Schwangerschaft meist deutlich ansieht. Bei der Polizei in München haben sich zwei Zeugen gemeldet. Weitere Fahrgäste sind identifiziert und sollen befragt werden.

Sachdienliche Hinweise zur Identität oder zum Aufenthaltsort besagter Frau, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, werden an das Landeskriminalamt Wien unter der Telefonnummer +43 1 31310 33800 erbeten.

 

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