Im Münchner Rathaus Mehr Personal: Bürgermeister stocken kräftig auf

Die neue Münchner Stadtspitze: Josef Schmid (CSU), Dieter Reiter (SPD und Christine Strobl (SPD). Foto: dpa/Petra Schramek

Dieter Reiter, Josef Schmid und Christine Strobl - die drei Chefs im Münchner Rathaus wollen mehr Personal für ihre Abteilungen. Die Linke kritisiert die Pläne als maßlos.

 

München - Wenn irgendwo in der Stadt Arbeitsplätze entstehen, freuen sich Lokalpolitiker darüber eigentlich unisono. Nicht so jedoch bei den Stellen, die die drei Rathaus-Chefs gerade schaffen wollen. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und seine beiden Stellvertreter wollen ihre Büros personell aufstocken. Bei Reiter soll eine Stelle entfristet und zwei weitere geschaffen werden. Der Zweite Bürgermeister Josef Schmid (siehe Foto) hat gleich vier neue Mitarbeiter sowie einen Fahrer beantragt. Und auch im Büro der Dritten Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) soll ein weiterer Arbeitsplatz hinzukommen.

Im OB-Büro wären demnach künftig 17 Mitarbeiter beschäftigt, bei Schmid neun und die Entourage von Strobl würde auf zehn Leute anwachsen.

Die Opposition im Rathaus ist empört über diese Pläne. Die gesamte Stadtverwaltung muss sparen, aber die drei Bürgermeister gönnen sich neue Mitarbeiter? „Es kann nicht sein, dass der Verwaltungsapparat so aufgebläht wird“, echauffiert sich Stadträtin Brigitte Wolf (Linke). Sie lehnte die beantragten Stellen am Mittwoch im Personalausschuss deshalb rundweg ab. Ihre Kollegen von den Grünen und von der FDP sehen das ähnlich und verurteilen die Pläne als Steuerverschwendung.

Immerhin geht es um zusätzliche Personalkosten in Höhe von etwa 800.000 Euro im Jahr. Begründet wird der geforderte Stellzuwachs pauschal mit den „gestiegenen Anforderungen an die zeitgemäße Verwaltung einer Millionenstadt“. Konkreter wird nur Dieter Reiter, der in seinem Antrag davon spricht, dass im Büro des Oberbürgermeisters in der Vergangenheit ein bedenkliches Maß an Überstunden angefallen sei, er seinen Mitarbeitern es aber ermöglichen möchte, neben dem Beruf auch noch Zeit für die Familie zu haben.

Die Oppositionsparteien halten das jedoch nur für schönes Gerede. Das Einzige was sie nachvollziehen könne, sagt Brigitte Wolf, sei, dass die dem OB unterstellte Fachstelle für Rechtsextremismus, die Reiter bei der Bekämpfung rechtsextremer Aktivitäten berät, mit einer halben Kraft verstärkt wird. „Insgesamt ist das aber ein zu mächtiger Schluck aus der Personalpulle“, so Wolf.

 

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