Im Krimi "Fastenopfer" Der Tod kommt im Fasching - Münchner Tenor mordet wieder

Mord und Totschlag im erzkatholischen Bayern: Mit "Fastenopfer" hat der Münchner Anton Leiss-Huber seinen zweiten Regional-Krimi veröffentlicht. Foto: privat/az

Tenor Anton Leiss-Huber ist Münchnern nicht nur als Sänger und Schauspieler bekannt - er schreibt jetzt auch noch Krimis. Eben hat er seinen zweiten Roman veröffentlicht.

 

München - Der Tod kam im Fasching. Anton Leiss-Huber, Münchner Tenor und Schauspieler, hat wieder Morden lassen. Vorerst nur im Krimi, glücklicherweise.

"Fastenopfer" heißt der zweite Roman des gebürtigen Altöttingers, und er ist der zweite Fall des unsäglich "g'schlamperten", aber dafür umso liebenswerteren Kommissar Max Kramer. Dieser muss sich diesmal neben einigen kauzig-bayerischen Persönlichkeiten auch noch mit der Kirche auseinandersetzen. "Ein super Thema. Der Ursprung der Geschichte beruht nämlich auf einer wahren Begebenheit", sagt Leiss-Huber. "Und auf der Erkenntnis, dass die 'Ewigkeit' für die Kirche nicht ewig dauert, sondern nur genau 379 Jahre."

Kirche setzte Stiftungsvermögen in den Sand - heutiger Wert: mehrere Milliarden Euro

Anlass zu dieser Annahme war ein Ereignis aus dem Jahr 2009. Damals, vor acht Jahren, löste die katholische Kirche eine Stiftung namens Tilly-Benefizium auf. "Und jetzt wird’s spannend", sagt Leiss-Huber. Denn Tilly, ein bedeutender Feldherr, hat die Stiftung im Jahr 1630 gegründet, damit jeden Tag eine Messe für sein Seelenheil gelesen wird - und zwar für "ewige Zeiten". Das ließ er sich einiges kosten: satte 6.300 Gulden. "Umgerechnet wären das heute wohl mehrere Milliarden Euro", sagt Leiss-Huber. Allerdings: Im Jahr 1923 hat sich die Kirche verspekuliert. "Sie hat das ganze Vermögen bei der Hyperinflation in den Sand gesetzt", so Leiss-Huber.

In seinem Krimi, der in Altötting spielt, hat der Autor den Verwalter des Tilly-Benefiziums ermorden lassen. In dem erzkatholischen Marienwallfahrtsort wird Feldherr Tilly heute noch sehr verehrt. Und Leiss-Huber kennt sich dort bestens aus: Der 36-Jährige ist dort aufgewachsen.

"München ist schönste Stadt der Welt"

Seinen Lebensmittelpunkt hat er aber dann doch nach München verlegt. "Mit den ganzen Berufen, die ich ausübe, kann man in Altötting nicht glücklich werden", sagt Leiss-Huber. Etwa eineinhalb Stunden Fahrt sind es von dort bis in die bayerische Landeshauptstadt. "Und München ist einfach die schönste Stadt der Welt. Hier ist immer was los. Ich mag's, wenn's zugeht", sagt Leiss-Huber und grinst.

In München hat er schon Musik studiert, genauer gesagt, Gesang. Später sattelte er noch ein Operettenstudium in Wien drauf. Nach einem Engagement am Theater Nordhausen (Thüringen) zog es ihn wieder nach Bayern zurück.

Als Darsteller, Sänger und Sprecher ist er seitdem immer wieder auf deutschen Bühnen, im Radio und im Fernsehen zu hören. Ob mit seiner Münchner Band "Schicksalscombo", zum "Operetten-Putsch" auf der Kabarett-Bühne des Fraunhofer oder bei der Sendung "Brettl-Spitzen" im Bayerischen Fernsehen.

Wer Anton Leiss-Huber live erleben will, hat dazu am Dienstag, 7. Februar die Gelegenheit: beim einem Operettenabend im Fraunhofer (Kulisse, 20:30 Uhr, Fraunhoferstraße 9). Im BR Fernsehen ist er am Sonntag, 19. März in der Sendung "Brettl-Spitzen" (20:15 Uhr) zu sehen.


Wer war Feldherr Tilly?

Johann Tserclaes Graf von Tilly führte im Dreißigjährigen Krieg die so genannte "Katholische Liga" an. Ohne ihn und sein Schwert wäre Bayern - zumindest nach Meinung seiner Verehrer - heute größtenteils protestantisch. Tilly selbst war ein großer Marienverehrer. Ein Denkmal von ihm steht übrigens an der Münchner Feldherrnhalle.

Das Wirken Tillys ist allerdings sehr umstritten: Er wird auch als "Schlächter von Magdeburg" bezeichnet, aufgrund seiner Eroberung der Stadt im Jahr 1631: Ein Brand verwandelte Magdeburg damals in einen Trümmerhaufen, Tausende Bürger verloren ihr Leben. Die Katastrophe gilt als das schlimmste Massaker des Dreißigjährigen Krieges.

 

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