Im Hofbräuhaus Maibock-Anstich: So schön derbleckt Söder Seehofer

Bayerns Finanzminister Markus Söder beim Maibock-Anstich im Hofbräuhaus. Foto: dpa

Der traditionelle Münchner Maibock-Anstich: Das Hofbräuhaus entwickelt sich zur Nebenstelle der Staatsregierung. Finanzminister Söder offenbart seine Zukunftsträume.

München - Der Münchner Maibock-Anstich im Hofbräuhaus entwickelt sich zur diplomatisch hochsensiblen Staatsangelegenheit. Finanzminister Markus Söder (CSU) offenbarte am Mittwochabend vor mehreren hundert Gästen seine Ambitionen auf den Sessel von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU).

Söder scherzte über die Spitzenkandidaturen bei CSU und SPD für die nächste Landtagswahl 2018: Er und SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher seien "Betbrüder": "Der eine" - Söder - "betet "bitte lass es mich werden“ und der andere "bitte lass es mich nicht werden – und doch den Pronold kandidieren."

Söder hatte den Maibock-Anstich bereits in den vergangenen zwei Jahren genutzt, Seehofer zu provozieren. 2013 verspottete der Finanzminister den CSU-Chef als "eiskalt gehopften Hallodri", 2014 als "Spieler". Seehofer schätzt Humor und Scherze - wenn der Spott auf anderer Leute Kosten geht. Scherze über Seehofer findet Seehofer nach dem Eindruck vieler CSU-Leute dagegen weniger komisch. "Letztes Jahr hat es ja eine langfristige, nachhaltige Wirkung gehabt", sagte Söder dazu. "Ich bin einfach freundlicher dieses Jahr, ich will ja nicht wochenlang ...."

Dessen ungeachtet scherzte Söder über Seehofers geplantes Kompetenzteam, das die kommenden Wahlkämpfe vorbereiten soll. Seehofer habe ihn gebeten, alle 30 Mitglieder beim Maibock-Anstich reden zu lassen: "Dann gibt es statt einem Maibock künftig eben viele Kompetenz-Maiböckchen."

Eigentlicher Maibock-Hauptredner ist seit Jahren der niederbayerische Kabarettist Django Asül. Doch regierungsintern lösen Söders Ansprachen inzwischen weit größere Aufmerksamkeit aus. Ab 2018 soll dann auch der Ministerpräsident eine Maibock-Rede halten. "Ich finde, neben einem Finanzminister muss auch ein Ministerpräsident reden und antworten dürfen", sagte Söder. "Das sollte vor allem ab 2018 gelten - denn man weiß ja nie, wer nach mir Finanzminister wird."

 

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