Oktoberfest 2017 Prost! Neuer Wiesn-Maßkrug im Hackerzelt vorgestellt

So schaut er aus: Der diesjährige Wiesn-Maßkrug. Foto: Sven Hoppe/dpa

"O'zapft is": Vier Wochen vor dem Oktoberfest in München wurde am Dienstag der Wiesn-Maßkrug offiziell vorgestellt.

München - Die Fotografen und Kameraleute drängen und schubsen, Redakteure recken die Hälse. Die Aufregung ist groß im Hackerzelt.

Absurd ist’s schon, wenn man bedenkt, dass das Motiv des neuen Wiesnkrugs seit Februar bekannt ist: ein Trachtenhut, ein Lebkuchenherz, eine Maß Bier, Hendl und Brezn vor dem Riesenrad – alles in leichtem Nostalgie-Farbton, gedruckt auf einen Maßkrug (16 Euro) oder Keferloher mit handgearbeitetem Zinndeckel (32 Euro).

Den Deckel ziert heuer der Wiesn-Wirt Georg Lang (1866 - 1904), der als erster Wirt mit einer 30 Mann starken Blaskapelle für Stimmung gesorgt hat und das heute unverzichtbare "Prosit der Gemütlichkeit" intonieren ließ.

In drei Wochen werd o'zapft

"Der Wiesnkrug ist ein Erfolgsmodell und begehrtes Sammlerstück", sagt Wiesnstadtrat Otto Seidl (CSU), "die ganze Serie ab 1978 hat einen geschätzten Wert von 2.000 Euro." Gestern wurde der Sammlerwert durch einen weiteren Krug nochmal gesteigert.

Womöglich geht’s aber nicht um den Serienmaßkrug, sondern um die Vorfreude. Denn in drei Wochen geht’s los und das Hackerzelt, in dem die Maßkrugvorstellung traditionell stattfindet, schaut so aus, als könnte das Krügeheben und Bänketanzen jederzeit starten. Derweil werkeln draußen auf der Festwiese und in den 16 anderen großen und 22 kleinen Festzelten die Handwerker.

Die ersten Fahrgeschäfte stehen schon: Der Geisterpalast hieß erkennbar früher Odyssee und scheint fertig aufgebaut. Die Schienen der Alpina-Achterbahn liegen auf Tiefladern auf der Schaustellerstraße.

Maßkrug-Vorstellung ohne Wiesnchef

Einer, der traditionell immer dabei ist, fehlt der bei der Präsentation: Wiesnchef Josef Schmid ist noch im Urlaub auf Kreta, weshalb er von Otto Seidl vertreten wird. Seien Sie aber beruhigt, Seppi Schmid: Es war so wie jedes Jahr. Ein gemütliches Beisammensein und Händeschütteln von Wirten, Brauereichefs und Politikern.

Nach dem Besucherrückgang der vergangenen Jahre mag keiner der Händeschüttler eine Prognose abgeben, wie’s heuer wird: "Mir is’ ja wurscht", sagt ein Wirt, der besser namentlich nicht genannt wird, "ob ich nun 500 oder 1000 Leute nicht in mein Zelt reinlasse." Und setzt hinzu: "Um die Familien am Nachmittag is’ halt schad."

Vielleicht, wenn’s eine griabige Wiesn wird, kommen auch die Familien gerne.

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