Neuer Herren-Chef beim DTB Boris is back: "Ich liebe diesen Sport, ich liebe dieses Land"

Einfach ein gefragter Mann: Boris Becker auf der Pressekonferenz zu seiner Vorstellung als Chef für das deutsche Herren-Tennis. Foto: dpa

Es ist die spektakulärste Personalrochade im Deutschen Tennis Bund seit Jahren. Boris Becker übernimmt die Verantwortung für das deutsche Herren-Tennis. "Tennis ist eine Herzenangelegenheit", sagte der 49-Jährige im Plenarsaal des Frankfurter Römer.

 

Frankfurt/Main - Der Hoffnungsträger kommt auf Krücken – hoffentlich kein Sinnbild für die Zukunft des deutschen Tennis. Aber keine Angst, Boris Becker hat sich nach den beiden Hüften nun auch das Sprunggelenk am rechten Fuß operieren lassen. Seinen Tatendrang als deutscher "Head of Men’s Tennis" wird das aber wohl kaum bremsen können.

Eine "Herzensangelegenheit"

Für den Deutschen Tennis Bund ist es ein "Meilenstein", für Becker eine "Herzensangelegenheit": Mit der spektakulären Rückkehr der zuletzt in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Sportikone hofft der Verband auf Ruhm wie zu besten Becker-Graf-Zeiten. "Tennis ist das, was ich am besten kann", sagte der dreimalige Wimbledonsieger im Frankfurter Römer, wo er in seiner neuen Funktion als Chef der deutschen Tennis-Herren vorgestellt wurde, "ich liebe diesen Sport, ich liebe dieses Land. Das ist ein neuer DTB, es ist eine runde Sache, das Timing passt. Ich bin stolz auf dieses Amt." Große Worte, Pathos satt: So kennt man das Ex-Bobbele.

Dass der frühere Davis-Cup-Teamchef die neu geschaffene Rolle ebenso wie die bisherige Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner als Pendant bei den Damen übernimmt, war schon durchgesickert. Nach der offiziellen Bekanntgabe sollen nun die Topstars Alexander Zverev und Angelique Kerber von den Ratschlägen profitieren und für Glanz auf der Grand-Slam-Bühne sorgen. "Wir haben eine ehemalige Nummer eins, und wir haben einen künftigen Superstar. Wir sind gut aufgestellt", sagte Becker.

Und Kollegin Rittner lobte: "Es ist schwer jemanden zu finden, der mehr erlebt hat im Tennis." 17 Kamerateams und rund 100 akkreditierte Journalisten zeigten, welche Strahlkraft der ewige Leimener noch immer hat. Der DTB setzt mit der Personalrochade auf Beckers Attraktivität, der einst die Menschen vor dem Fernseher in seinen Bann zog. Von 1997 bis 1999 hatte Becker den Posten als Davis-Cup-Teamchef inne, ehe es zum Zerwürfnis kam.

Becker arbeitet ehrenamtlich für den DTB

Mit der früheren Nummer eins als Ratgeber und dem im Amt bleibenden Teamchef Michael Kohlmann hofft der DTB auf den ersten Titel seit 1993. Im ersten Einsatz in neuer Funktion muss Becker aber erst mithelfen, den Abstieg zu vermeiden. In Portugal kämpfen die deutschen Herren vom 15. bis 17. September um den Verbleib in der Weltgruppe.

Im vergangenen Dezember hatten Becker und der ehemalige Weltranglisten-Erste Novak Djokovic ihre Zusammenarbeit beendet. In den vergangenen Wochen hatte die Tennis-Legende dann mit ihrer finanziellen Situation so manche Schlagzeile bestimmt. Vom DTB bekomme Becker nur seine Reisekosten erstattet, bestätigte Präsident Ulrich Klaus. Ansonsten sei Beckers Tätigkeit ehrenamtlich.

Die Gespräche mit dem Verband haben bereits vor 18 Monaten begonnen. Becker soll "für den gesamten Herrenbereich verantwortlich sein", sagte Präsident Klaus, der zunächst die Lacher auf seiner Seite hatte, als er aus Barbara Rittner und Boris Becker tatsächlich Barbara Becker machte – und das gleich zwei Mal. Laut Klaus soll Becker sowohl im Davis Cup als auch im Nachwuchsbereich Impulse setzen sowie an Präsidiumssitzungen teilnehmen. Sein Engagement ist vorerst bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio angedacht.

 

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