Im Englischen Garten "Coronaleugner" beleidigt Maccabi-Trainer Max Brym antisemitisch

Max Brym: Sein Vater überlebte die Shoah, 18 seiner Verwandten wurden ermordet. Der Künstler Gazmend Freitag hat Brym porträtiert. Foto: privat

Max Brym (62) wird im Englischen Garten antisemitisch beleidigt: Der Trainer des TSV Maccabi München erstattet Anzeige. Der Unbekannte trug ein T-Shirt mit der Aufschrift "Coronaleugner". 

 

München - Inzwischen kann Max Brym sogar über den Vorfall lachen: "Wie der dann auf seinem Mountainbike geflüchtet ist, als ich nach seinen Äußerungen auf ihn zugerannt bin ... ich bin 62, der ist um die 40 und muskulös!"  

Aber dem Trainer der C-Jugend des TSV Maccabi München ist der Ernst der Situation selbstverständlich bewusst: "Ich bin selbst ein Sohn von Shoah-Überlebenden, das heißt, ich bin einiges gewöhnt. Und ich muss sagen, es kommt wieder öfters vor, die Beleidigungen häufen sich."

Antisemitisch beleidigt: Max Brym erstattet Anzeige

Brym hat wegen des Vorfalls am 20. Mai inzwischen Anzeige gegen Unbekannt erstattet, üblicherweise ermittelt der Staatsschutz in diesen Fällen respektive das für rechte Straftaten zuständige Kommissariat 44 der Münchner Polizei. Brym: "Ich stecke da den Kopf nicht in den Sand!"

Was war passiert? Im Englischen Garten wurde der Maccabi-Trainer antisemitisch beleidigt. Brym war mit seinem Hund unterwegs, als er in der Nähe des Chinesischen Turms von einem Mountainbiker angepöbelt wurde. "Ihr jüdischen Schweine seid schuld! Ihr Juden habt das mit dem Corona gemacht! Du jüdischer Dreckskerl!", brüllte der Mann.

Brym trug eine Trainingsjacke seines Vereins - vorne und hinten ist darauf auch ein Davidstern aufgedruckt. Brym wurde wütend ("Mir sind da echt die Sicherungen durchgebrannt"), lief auf den Fahrradfahrer zu, der ein T-Shirt mit der Aufschrift "Coronaleugner" und "Impfgegner" trug.

Klub-Präsident Rajber: "Tragen die Maccabi-Jacken mit Stolz"

"Ich war von dem Übergriff sehr betroffen, da kommt vieles aus der persönlichen Familiengeschichte wieder nach oben", zitiert die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern (RIAS Bayern) den 62-Jährigen. RIAS Bayern nimmt Meldungen über antisemitische Vorfälle auf und unterstützt Betroffene.

Brym hatte mit solch einem Erlebnis im Englischen Garten nicht gerechnet. "Ich bin sicher, dass bei diesen Corona-Grundgesetz-Demos nicht nur Antisemiten unterwegs sind", sagt er der AZ. "Sie schwimmen aber ziemlich aggressiv im Mainstream mit."

Robby Rajber, Präsident des TSV Maccabi München, betont gegenüber RIAS Bayern: "Offener Antisemitismus, wie er Herrn Brym widerfahren ist, wird uns nicht dazu bewegen, unsere Maccabi-Jacken im Schrank zu lassen. Auch unsere muslimischen, christlichen und buddistischen Mitglieder tragen die Maccabi-Jacken mit Stolz."


Der TSV Maccabi wurde nach der Shoah, nach dem Holocaust, von Überlebenden in München wieder gegründet. Bundesweit sind 37 jüdische Turn- und Sportvereine im Makkabi Deutschland e.V. organisiert.


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