Im AZ-Interview Patrick Hager - der Bulle aus Rosenheim

Der 1,78 Meter große Angreifer lief bisher 120 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf (20 Tore, 26 Vorlagen) und stand auch bei der WM 2017 im Kader der DEB-Auswahl. Foto: firo/Augenklick

Der EHC Red Bull München verpflichtet Patrick Hager von den Kölner Haien. "Bayern bedeutet für mich Familie", sagt der Nationalstürmer im AZ-Interview.

 

München - Patrick Hager hat seinen Vertrag bei den Kölner Haien vorzeitig aufgelöst und wechselt zur neuen Saison zum EHC Red Bull.

In den vergangenen beiden Jahren sammelte der 28-Jährige in 116 DEL-Partien 106 Punkte und war damit während dieser Zeit der effizienteste Scorer der Kölner. Zudem lief er bisher 120 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf (20 Tore, 26 Vorlagen) und stand auch bei der Eishockey-WM 2017 im DEB-Aufgebot. Das AZ-Interview...

AZ: Herr Hager, nach zwei Jahren in Köln wechseln Sie nun zum EHC Red Bull München. In der Vereinsmitteilung haben Sie gesagt, Sie seien froh, als Bayer wieder in Bayern zu spielen. Was bedeutet Bayern für Sie?
PATRICK HAGER: In erster Linie Familie. Ich bin in Rosenheim aufgewachsen, meine beiden Kinder sind dort zur Welt gekommen, auch meine Frau ist aus Rosenheim. Die Sommermonate haben wir immer in Bayern verbracht. Es war für uns klar, dass unser Lebensmittelpunkt nach meiner Karriere in Bayern liegen wird. Heimat und Beruf schon jetzt verbinden zu können, ist natürlich umso schöner.

Haben Sie dementsprechend vor, länger beim EHC Red Bull zu bleiben?
Klar, mein Plan ist, so lange wie möglich in München zu spielen. Ich bin jetzt 28 und habe nicht mehr vor, ständig herumzureisen. Aber es gehören natürlich zwei Seiten dazu. Der Verein muss mit mir zufrieden sein, und dafür muss meine Leistung stimmen.

Sind Sie auch froh, dass das Kapitel Köln vorbei ist? Im zurückliegenden Playoff-Viertelfinale wurden Sie in der Serie gegen Wolfsburg wegen angeblich teamschädigenden Verhaltens suspendiert.
Ja, natürlich. Eigentlich hatte ich zwei super Jahre in Köln. Wir als Familie haben uns wohlgefühlt. Was nicht gepasst hat, war der Abschluss, deshalb bin ich froh, jetzt ein neues Kapitel beginnen zu können. Aber ich werde Köln nicht in schlechter Erinnerung behalten.

Wissen Sie, was Ihnen von Seiten der Haie eigentlich vorgeworfen wurde?
Ich schaue jetzt eher auf die neue Chance in München und beschäftige mich nicht mehr mit der Vergangenheit. Ich kann in den Spiegel schauen und weiß, dass ich in der Zeit nichts Falsches gemacht habe. Aber die Suspendierung hat dazu beigetragen, dass der Wechsel jetzt schon zustande gekommen ist und nicht erst wie geplant 2018. Das war der einzige Grund, den Wechsel schon ein Jahr eher zu vollziehen, ja.

Was erwarten Sie sich nun in München?
Die Erfolge der Red Bulls sprechen für sich. Ich freue mich einfach darauf, Teil dieser Mannschaft zu werden, die über zwei Jahre bewiesen hat, dass sie funktioniert und harmoniert. Ich kenne ja von der Nationalmannschaft einige Spieler und alle haben nur das Beste über München erzählt.

Sie sind ja ein Spieler, der gerne Führungsaufgaben in einem Team übernimmt. Denken Sie, es wird schwer für Sie, Ihre Rolle in diesem erfolgreichen Münchner Team zu finden?
Im Gegenteil, ich glaube, es ist einfach, sich in ein bestehendes Gefüge zu integrieren. Ich werde jede Rolle ausfüllen, die der Trainer für mich vorgesehen hat. Ich denke, das war auch das Erfolgsrezept in München in den letzten Jahren, dass jeder Spieler seine Rolle ausgefüllt hat.

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