"Ich hatte Gänsehaut" Mischa Zverev mit Gala ins US-Open-Achtelfinale

Nach 2:07 Stunden verwandelte Mischa Zverev seinen dritten Matchball. Foto: dpa

Mischa Zverev steht wie Julia Görges im Achtelfinale der US Open. Dem 30-Jährigen gelang in der dritten Runde in New York ein Sieg, der Erinnerungen an seinen sensationellen Weg in Australien weckte.

 

New York - Das Debüt auf der größten aller Tennis-Bühnen wurde für Mischa Zverev zum reinsten Genuss. Nach einer Offensiv-Gala hat der Hamburger erstmals das Achtelfinale der US Open erreicht - und die Familienehre gerettet.

"Ich hatte Gänsehaut, aber es wurde dann schnell besser. Ich habe diese Atmosphäre genossen. Früher wäre es für mich Stress gewesen. Jetzt war es aufregend und spannend", sagte Zverev nach seinem ersten Auftritt im mit 23.771 Zuschauern ausverkauften Arthur-Ashe-Stadium, der nicht besser hätte laufen können.

Beim 6:4, 6:3, 7:6 (7:5) gegen den amerikanischen Aufschlagriesen John Isner (Nr. 10) zeigte der an Position 23 gesetzte Hamburger ein wahres Offensivspektakel. Zverev gelangen 34 direkte Gewinnschläge - bei nur sieben unerzwungenen Fehlern.

"Ich hatte eigentlich erwartet, dass mein Bruder hier im Achtelfinale steht - jetzt bin ich es", meinte er mit Blick auf seinen Bruder Alexander Zverev (Nr. 4), der als einer der Mitfavoriten überraschend schon in der zweiten Runde ausgeschieden war.

Jetzt gegen Sam Querrey

Nach 2:07 Stunden verwandelte Mischa Zverev seinen dritten Matchball bezeichnenderweise mit einem Rückhandvolley und erreichte zum zweiten Mal die Runde der letzten 16 bei einem Grand-Slam-Turnier. Im Januar 2017 war der Linkshänder erst im Viertelfinale der Australian Open am späteren Turniersieger Roger Federer (Schweiz) gescheitert.

In seinem nächsten Match am Sonntag trifft der 30-Jährige auf den Wimbledon-Halbfinalisten Sam Querrey (USA/Nr. 17). Zverev folgte damit Julia Görges (Bad Oldesloe/Nr. 30) ins Achtelfinale von New York.

Nicht nur US-Ikone John Mc Enroe ("Das war eine wunderbare Vorstellung") zeigte sich begeistert von Mischa Zverev, dem "Old-School"-Spieler mit ddem goldenen Händchen. Auf der Ehrentribüne spendete auch Boris Becker, der neue Head of Men's Tennis im DTB, anerkennend Applaus.

Zverev konnte alle drei Breakbälle von Isner abwehren und nahm dem 2,08 Meter großen Lokalmatadoren gleich dreimal das Service ab. Zverev waren die Belastungen der vergangenen Tage nicht anzumerken. In den ersten beiden Runden des letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres hatte er jeweils über fünf Sätze gehen müssen.

Probleme mit dem Nacken

Der Dank beim On-Court-Interview ging deshalb an seinen Fitnesscoach Jaz Green. "Sein Training vor ein paar Wochen war brutal, aber es hat sich auch heute ausgezahlt. Wir sind zum Beispiel in Florida am Strand bei 32 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent 15 Kilometer gerannt", berichtete Zverev, für den das Feld nun offen scheint.

Im unteren Teil des Tableaus stehen nur noch drei Spieler, die höher als er platziert sind. Rafael Nadal (Spanien/Nr. 1) und Roger Federer (Schweiz/Nr. 3) befinden sich im oberen Part des Draws. "Aber das alles funktioniert nicht wie Mathematik. Jeder Gegner, der hier das Achtelfinale erreicht hat, ist schwer zu bezwingen", mahnte Zverev.

Der Hamburger war auch gegen Isner der dominante Spieler, der sich kaum Fehler erlaubte und gewohnt sicher am Netz agierte. Der Amerikaner hatte Probleme mit seinem Nacken und musste sich im zweiten Satz behandeln lassen. Beim Stand von 3:3 im dritten Durchgang wehrte Zverev gleich zwei Breakbälle in Serie ab und behielt wenig später im Tiebreak kühlen Kopf.

Lesen Sie hier: Goldene Träume bei der Volleyball-EM

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading