"I Walk: Live"-Tour Herbert Grönemeyer startet US-Tour

Herbert Grönemeyer tourt bis Ende September durch die USA Foto: Anton Corbijn

Herbert Grönemeyer geht wieder auf Tour - aber nicht in Deutschland. Nein, "Herbie" will sich mit seinem englischsprachigen Album "I Walk" in den USA probieren. Dort hatte er noch keinen einzigen Song in den Charts. Egal, für ihn ist es "die Erfüllung eines Traums". Doch welche deutschen Sänger kamen bei den US-Hörern bisher überhaupt gut an?

 

Herbert Grönemeyer (57), einer der erfolgreichsten deutschen Musiker aller Zeiten, startet mit seiner "I Walk: Live"-Tour durch Nordamerika. Erster Stopp: Das Buckhead Theatre in Atlanta. Anders als in Deutschland wird er in den USA nicht in großen Arenen, sondern in intimer Atmosphäre, in kleinen Clubs spielen. Für den gebürtigen Niedersachsen ist die US-Tour durch 12 Metropolen wie New York, Chicago und Los Angeles "die Erfüllung eines Traums", wie er der US-Website "The Reporter" sagte. Musikalisches Aufsehen hat er in den USA bisher jedoch nicht erregt. Andere deutsche Musiker sind ihm da schon einen Schritt voraus.

So feiert die Rockband Rammstein nicht nur wegen ihrer Pyro-Show große Erfolge in der "neuen Welt". Mit ihrem letzten Album "Liebe ist für alle da" im Jahr 2009 schafften sie es bis auf Platz 13 der US-Billboard-Charts. Ebenso erreichten die vier Platten zuvor jeweils Platzierungen in den Top 100. Beachtlich dabei: Frontmann Till Lindemann singt seine Texte auch in den Staaten meist auf Deutsch.

Nicht auf Deutsch, dafür auf Englisch, rockten die Scorpions aus Hannover die USA. Ihre Platte "Lovedrive" erhielt 1979 in den Staaten Goldstatus. In den Billboard-Charts stieg das Album bis auf Platz 55. Das direkte Nachfolgealbum "Animal Magnetism" wurde gar mit Platin ausgezeichnet. Ihr Klassiker "Wind of Change" kletterte bis auf Platz vier in den US-Charts. Im Gegensatz zu Rammstein sind die Songtexte der Scorpions jedoch auf Englisch.

Für die jüngere Generation machte sich die Teenie-Band Tokio Hotel auf den Weg über den großen Teich. Um sich bei den US-Teenagern in die Herzen zu singen, übersetzten Kaulitz und Co. ihre Texte ins Englische. Das Album "Scream" stürmte 2007 bis auf einen respektablen 39. Platz der offiziellen Billboard-Charts. Ihr jüngstes Album "Humanoid" konnte sich 2009 für drei Wochen sogar auf Platz 35 behaupten. Die Band hat auch einen offiziellen USA-Fanclub, der auf seiner Homepage mit dem Slogan aufmacht: "Tokio Hotel USA - weil das Leben zu kurz ist, nicht ihr Fan zu sein".

Den Erfolg von Nena konnten jedoch all diese Bands nicht erreichen. Die Popsängerin landete mit ihrer englischen Fassung von "99 Luftballons" 1983 auf dem zweiten Platz der US-Charts. Damit war sie dort zwar nur ein One-Hit-Wonder, aber der Song ist bis heute der erfolgreichste deutsche Exportschlager in den Vereinigten Staaten.

Achtungserfolge feierten auch zwei weitere Damen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Sarah Conors "Bounce" hüpfte 2004 bis Platz 54 der US-Charts. Der Dance-Hit "Everytime We Touch" von Natalie Horler, Sängerin von Cascada, konnte 2006 immerhin Rang 67 erklimmen.

Kaum zu glauben, aber wahr: auch Lou Bega hatte einen Hit in den Staaten. Man muss kein Prophet sein, um zu erraten, dass es sich dabei um "Mambo No. 5" handelt. Mit diesem international erfolgreichen Song eroberte der gebürtige Münchner in den USA den dritten Platz und konnte sich in den Charts für 22 Wochen behaupten.

Gewiss, noch kein Deutscher konnte sich in den USA zum Megastar aufschwingen. Aber auch Größen wie Robbie Williams oder Kylie Minogue haben bei den Amerikanern keinen leichten Stand. Seit Jahren müssen auch sie um Anerkennung auf dem größten Musikmarkt der Welt kämpfen. Und selbst, wenn Grönemeyer sich am Ende nicht nachhaltig ins Gehör des US-Publikums singen sollte, eines hat er erreicht: Er hat seinen Traum verwirklicht.

 

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