Hygiene-Skandal Das ist der Masterplan für Müller-Brot!

Der Brot-Baron: Klaus-Dieter Ostendorf ist neuer (und alter) Besitzer von Müller-Brot. Foto: Schramek/AZ

Der AZ liegt das Bewerbungskonzept des neuen Müller-Besitzers Klaus-Dieter Ostendorf vor. Es zeigt, was er mit der Firma vorhat – und was er für die insolvente Großbäckerei wirklich gezahlt hat.

Neufahrn - Die Verträge sind noch gar nicht unterschrieben, da macht sich der neue und alte Chef von Müller-Brot schon an die Arbeit: Klaus-Dieter Ostendorf will die stillgelegte Brotfabrik in Neufahrn so schnell wie möglich anwerfen. Er hat eine neue Prüfung der Lebensmittelaufsicht beantragt. Möglicher Termin: schon Mitte nächster Woche.

Und was dann? Der AZ liegt jetzt das „Erwerberkonzept“ des Multimillionärs vor (s. unten). Damit hat sich Ostendorf am 23. März beim Gläubigerausschuss beworben. Es zeigt, was er mit der Bäckerei vorhat. Die AZ erklärt den Müller-Masterplan:

Die Filialen: Ostendorf will die 151 profitabelsten Filialen übernehmen.

Das Brot: Als Großkunden für den Warenverkauf ("WV") bleiben der „reduzierte Bestand von Großverbrauchern“, Edeka und Tengelmann, das Müller mit Tiefkühl-Produkten („Bake Off“) beliefern will.

Die Anlage: Die Ware soll auf der 130 Meter langen Fertigungslinie 25 produziert werden – die gehört Ostendorfs Firma „Backwelt“.

Die Mitarbeiter: Zuerst will man „bis zu ca. 111 Mitarbeiter“ in der Produktion gestaffelt übernehmen. In 39 Eigenfilialen sollen 217 Mitarbeiter bleiben, in Logistik, Vertrieb und Verwaltung 79 Mitarbeiter. Insgesamt: 407 Jobs. Zuvor waren es 1080.

Das Marketing: Um das Image zu reparieren, sollen 500 000 Euro genügen.

Die Investitionen: Nach diesem Plan will Ostendorf 1,7 Millionen Euro in die Produktion stecken. Dazu 700 000 Euro in Filialen. Für den Umzug der Verwaltung rechnet er mit 300 000 Euro. Das Verwaltungsgebäude selbst soll Ende 2012 für vier Millionen verkauft werden, um einen Teil von Krediten zu tilgen.

Der Kaufpreis: Im vorletzten Punkt steht, dass Ostendorf „Altverbindlichkeiten“ von 18,5 Millionen Euro in seine neue Gesellschaft übernimmt – das ist ein Kredit der Commerzbank. Dieser Betrag entspricht „dem Kaufpreis komplettes Anlagevermögen der Müller-Brot GmbH“.

Das bedeutet: Alles, was Ostendorf gekauft hat, ist laut diesem Plan 18,5 Millionen Euro wert. Er zahlt mit der Verpflichtung, die alten Schulden zu tilgen. Weil er die schon vor der Insolvenz hatte, hieße das: Ostendorf hat für Müller keinen Cent gezahlt.

 

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