Hungerstreik in München Rindermarkt: Flüchtlinge wollen auch Trinken einstellen

Hungerstreik am Rindermarkt. Foto: Gregor Feindt

Die Flüchtlinge im Hungerstreik in der Münchner Innenstadt haben den Druck auf die Behörden erhöht: Sie wollen nun auch nichts mehr trinken.

 

München - Die Flüchtlinge im Hungerstreik in der Münchner Innenstadt haben den Druck auf die Behörden erhöht. „Wir werden nun auch nichts mehr trinken“, sagte ein Sprecher der Gruppe bei einer improvisierten Pressekonferenz am Dienstag. „Wir sind uns bewusst, dass wir unser Leben und unsere Gesundheit riskieren. Die Verantwortung dafür liegt bei den deutschen Behörden.“

Die Zahl der nun in einen „trockenen Hungerstreik“ getretenen Menschen bezifferte ein weiterer Sprecher auf etwa 70. Die drei Kinder der Gruppe würden sich an dem Hungerstreik nicht beteiligen. Die Flüchtlinge unter anderem aus Bangladesch, Pakistan, Myanmar, Syrien und Afghanistan protestieren mit ihrer Aktion gegen die ihrer Meinung nach menschunwürdigen Lebensumstände in bayerischen Asylbewerberheimen und fordern eine sofortige Anerkennung als politisch Verfolgte nach Paragraf 16a des Grundgesetzes. Bislang habe noch kein Vertreter der Behörden mit ihnen Kontakt aufgenommen, sagte der Sprecher.

Er appellierte an die Bürger in Bayern, eine „menschenverachtende“ Flüchtlingspolitik nicht mehr zu unterstützen. Der Hungerstreik hatte am Samstag nach einer genehmigten Demonstration durch die Münchner Innenstadt begonnen. Ein Teil der Demonstranten ließ sich nach deren Ende auf dem Münchner Rindermarkt nahe des Marienplatzes nieder und lebt dort seither in provisorischen Zelten unter primitiven Bedingungen. Sie werden von Helfern aus der linken Szene unterstützt.

 

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