Von 1860 in die Premier League Ex-Kapitän Schindler: Wir sehnen uns nach München

, aktualisiert am 04.12.2017 - 15:18 Uhr
Ein Moment purer Ekstase: Ex-Löwe Christopher Schindler nach seinem goldenen Elfmetertreffer, mit dem er Huddersfield Town in die Premier League schoss. Foto: dpa

Ex-Löwe und Huddersfield-Held Christopher Schindler spricht in einem Interview über seine getrübte Aufstiegsfreude, weil der TSV 1860 am selben Tag absteigen musste. "Ich will es einfach nicht wahrhaben, dass es so gekommen ist."

 

München - 17 Jahre lang war er ein Löwe auf dem Spielfeld, im Herzen ist er es geblieben: Christopher Schindler, ehemals Kapitän der Sechzger, hat den englischen Klub Huddersfield Town ein Jahr nach seinem Wechsel auf die Insel in die Premier League geschossen. In einem Interview mit Spox.com erinnert sich der Innenverteidiger an seine Gefühlswelt, die durch Sechzigs Niedergang getrübt wurde.

Schindler trauerte mit TSV 1860

"Ich konnte mich bei der großen Feier mit Autocorso durch Huddersfield überhaupt nicht freuen, weil an diesem Tag mein Ex-Klub 1860 abgestiegen ist. Es war ein unwirkliches Gefühl, aber bei mir haben Trauer und Enttäuschung überwogen. Ich hatte damals guten Kontakt zu vielen Jungs in der Mannschaft und sie haben mir unfassbar leidgetan", erklärte der 27-Jährige.

Nach seinem Weggang habe er niemals damit gerechnet, dass es mit den Giesingern derart bergab gehen könne: "Ich will auch einfach nicht wahrhaben, dass es so gekommen ist. Im Sommer meines Abschieds wurde erstmals wirklich Geld für neue Spieler in die Hand genommen und es ging nicht mehr nur ums Schuldenbegleichen. Die Qualität der Mannschaft war brutal hoch, aber wir hatten auch in den Jahren zuvor eine qualitativ gute Mannschaft mit guten Einzelspielern."

Schindler: Rückkehr zu 1860 "prinzipiell" möglich

Dem Neustart und dem Umzug ins Grünwalder Stadion sehe er positiv entgegen: "Diese Nostalgie trägt 1860. Viele Fans besuchen die Spiele gerade wegen der Rückkehr ins Grünwalder Stadion, obwohl der Verein nicht in der Liga spielt, in die er gehört. 1860 lebt von seinen Fans und sie machen den Klub erst so besonders. Die Kulissen im Grünwalder Stadion sprengen jeden Rahmen. Bei 1860 oder auch hier in Huddersfield sieht man, was möglich ist, wenn die Tribüne absolut hinter der Mannschaft steht. Das pusht einen auf dem Platz unglaublich."

Aus der Mannschaft von Trainer Daniel Bierofka kenne er "zwar nicht mehr so viele, aber ich fiebere mit Biero mit. Er ist ein super Charakter, der mich geprägt und mir im Laufe meiner Karriere sehr viel geholfen hat. Nicht nur als Trainer, sondern auch schon zuvor schon als Mitspieler. Alleine wegen Biero kann ich es mir gar nicht erlauben, mich nicht für die Vorgänge im Klub zu interessieren. Ich versuche, jedes Spiel zu schauen."

Schindler: Familie "in München verwurzelt"

Eine Rückkehr zu Sechzig sei derzeit kein Thema, vorstellen könne er sich aber "prinzipiell natürlich schon. 1860 ist nach wie vor mein Herzensverein." Seine Familie sei weiter "in München verwurzelt" und er und seine Frau hätten Tage, "an denen wir uns nach mehr heimatlicher Nähe sehnen".

Klingt ganz danach, als könnte es die Schindlers irgendwann wieder nach München verschlagen. Vielleicht kommen der Innenverteidiger und die Löwen ja tatsächlich irgendwann wieder zusammen.

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