"Hot Shot" in Schwabing Scharfe Stamperl bis fünf Uhr morgens

 Foto: Daniel von Loeper

Mit seinem „Hot Shot“ will ein junger Wirt Schwabing wieder in Stimmung bringen

Der Namensgeber des Hot Shots treibt einem die Tränen in die Augen. Der Papa des jungen Wirts, Erfinder des Teufelszeugs in den Stamperlgläsern, verkneift sich ein Grinsen, nickt wissend und stellt einen Brotkorb auf den Tisch. Aus was der scharfe „Hot Shot“ besteht, ist geheim. „Die einen finden ihn würzig-lecker, andere fangen an zu weinen und hängen Stunden an der Bar, während sie von ihrem Date ausgelacht werden“, sagt Wirt Oliver Ries. „Aber ich warne alle vor!“

Schon seine alte Bar in Haidhausen, die der 22-Jährige direkt nach dem Abitur aufgemacht hatte, hieß so. Sein neues Lokal in Schwabing, sagt Ries, ist eine andere Liga. Koch Felix Hunger, der im Königshof gelernt hat, steht schon mittags in der Küche, Programm von Karaoke bis zur Dinner-Oper unterhält die Gäste, Nachtschwärmer bekommen im „Hot Shot“ bis fünf Uhr morgens ihren Absacker oder auch eine Currywurst, jeden Tag.

„Ich versuche, Schwabing wieder in Stimmung zu bringen“, sagt Ries. Eine Bar, die verlässlich bis in die frühen Morgenstunden offen ist, hat in Schwabing und ganz München Seltenheitswert – und ausgerechnet dort wird noch gute Küche zu fairen Preisen serviert. Wie eine Absacker-Kneipe sieht das Hot Shot auch nicht aus, eher wie ein gewöhnliches Viertel-Café, schlicht, dunkle Holztische, ein Spiegel an der Wand und eine kleine Empore, auf der am späteren Abend oft Bands ihr Jazz-Repertoire oder Samba-Rhythmen klingen lassen, wenn die Gäste nicht gerade selbst Karaoke singen.

Vieles vom Interieur hat Oliver Ries, der nebenher noch Maschinenbau studiert, selbst gebastelt. Tagsüber essen hier Studenten und Schwabinger Mittagsmenüs, die wahlweise mit Vorspeise oder Dessert zwischen 5,60 und 7,20 Euro liegen, mit Schnitzel und Geschnetzeltem, Salaten mit Rinderstreifen und Gnocchi mit getrockneten Tomaten, Rucola und Parmesan. Wer’s eilig hat, kann anrufen und sein Essen für eine bestimmte Uhrzeit vorbestellen.

Abends sind die Preise auf normal-münchnerischem Niveau angesiedelt, und wer da in Ruhe essen mag, sollte sich vorher erkundigen ob nicht eine Liveband spielt oder die Karaoke-Maschine angeschmissen wird. „Die Mischung funktioniert“, sagt Oliver Ries, „die Gäste sind sehr angetan, wer mal da war, kommt wieder. Gegen Mitternacht gibt es den Umschwung: Die normalen Gäste gehen heim, später kommen Gastronomen, die Feierabend haben, oder Leute, die um die Häuser gezogen sind.“

Die Jungs, die nach dem Feiern in der „Milchbar“ von der Sonnenstraße bis nach Schwabing gefahren sind, um um zehn vor fünf Uhr morgens noch die hochgelobte Currywurst zu verspeisen, sind keine Ausnahme. Kleinigkeiten gibt es bis spät, bald soll dann auch feine Vollküche angeboten werden. Und wer so früh einen Hot Shot als Digestif zu sich nimmt, startet garantiert auch ohne Schlaf hellwach in einen neuen Tag.


Herzogstraße 29, Mo. bis Fr. 11 – 15 Uhr und 17 – 5 Uhr, Sa./So. 14 – 5 Uhr, Infos zu Konzerten und Events: Tel.: 71674063, www.hot-shot-schwabing.de

 

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