Horst Seehofer und Peter Gauweiler Politischer Aschermittwoch: "Crazy Horst" in Passau

Zwei Mass-Bier für den aktuellen und den alten Ministerpräsidenten: Horst Seehofer und Edmund Stoiber (l). Sehen Sie in der Bilderstrecke die Fotos vom Politischen Aschermittwoch in Passau. Foto: dpa

Zu Beginn der Fastenzeit reisen Politiker aus ganz Deutschland zum Rederitual nach Niederbayern. Die Passauer Dreiländerhalle ist heute CSU-Land. AfD-Chef Bernd Lucke beschimpft derweil "Crazy Horst" von Osterhofen aus.

 

Passau - Weißblaue Fähnchen auf den Tischen. Auf jedem Platz eine Anleitung zur Kommunalwahl am 16. März: "So wählen Sie richtig." Dazu ein graues Blatt mit der Bayernhymne und dem Deutschlandlied. Mit dem traditionellen Einzug des Parteivorsitzenden hat der politische Aschermittwoch in der Dreiländerhalle in Passau begonnen.

Zu den Klängen des bayerischen Defiliermarsches bahnte sich Horst Seehofer, begleitet von Parteivize Peter Gauweiler, den Weg durch die Zuschauerreihen zum Podium.

„Hier in Passau gibt es CSU pur“, sagte der niederbayerische CSU-Vorsitzende Manfred Weber am Mittwoch bei der Eröffnung der Veranstaltung der Christsozialen. Mit Blick auf die jüngsten Wahlerfolge sagte er: „Die CSU hat das Vertrauen der Bayern wiedergewonnen.“ Besonderen Beifall erhielt der frühere Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich, der im Zuge der Edathy-Affäre sein Amt niedergelegt hatte.

In der Krim-Krise hat CSU-Vize Peter Gauweiler Sympathien für Russland geäußert und eine einseitige Parteinahme für die Ukraine abgelehnt. „Wir sind für die Partnerschaft mit Kiew, aber Moskau gehört genauso zu Europa dazu“, sagte Gauweiler bei der CSU-Aschermittwochskundgebung in Passau. „Und wir lassen nicht zu, dass das europäische Russland von der Ukraine und von anderen ausgegliedert wird. Wir sind für die Zusammenarbeit mit Moskau.“

In Osterhofen, wenige Kilometer von Passau entfernt, poltert derweil AfD-Chef Bern Lucke gegen die CSU. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sei für ihn nur noch der „Crazy Horst“, sagte der Spitzenkandidat der AfD für die Europawahl vor etwa 800 Anhängern. Seehofer habe jegliche Euro-Rettungsschirme abgesegnet, obwohl er zuvor stets dagegen gewesen sei. „Nichts ist an der CSU so charakteristisch wie ihre Charakterlosigkeit.“ Mittlerweile habe „Crazy Horst“ sogar Angst vor der AfD. Deshalb habe er Peter Gauweiler als „Pin-Up-Girl ins Rennen geschickt, um die CSU-Wähler zu binden“.

SPD-Landeschef Florian Pronold hat ebenfalls die CSU und die Staatsregierung von Ministerpräsident Horst Seehofer scharf attackiert. Eine CSU mit absoluter Mehrheit könne Bayern nicht verantwortungsvoll regieren, sagte Pronold beim politischen Aschermittwoch der SPD in Vilshofen.

Als Beispiele nannte er die Bildungs- und die Energiepolitik – da gefährde Seehofer mit seiner Politik den Standort Bayern. Dabei müsse der CSU-Chef eigentlich keine Angst vor Windrädern haben: „Es gibt kein Windrad in Bayern, das sich so schnell drehen kann wie Horst Seehofer.“

Scharfe Kritik übte Pronold auch an Finanzminister Markus Söder (CSU). Der habe im Streit um den Verkauf der GBW-Wohnungen „schamlos gelogen“. Der Freistaat hätte sehr wohl um die GBW mitbieten dürfen, sagte Pronold.

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