Horrorliteratur Stephen King wird 65 Jahre alt: Keine Bange, der will nur schreiben!

Gratulant? Jack Nicholson in der berühmten Szene aus Stanley Kubricks Verfilmung von "Shining" (1980). Foto: AP

Stephen King, Meister der Horrorliteratur, wird an diesem Freitag 65 Jahre alt. Die AZ gibt einen Überblick über seine wichtigsten Werke

 

Seinen ersten Roman wirft er in den Müll. Seine Frau rettet das zerknitterte Manuskript und ermutigt ihn zum Weiterschreiben. Sie hat den richtigen Riecher. „Carrie“ bringt Stephen King 1974 den Durchbruch. Es folgen über 40 Romane und mehr als 200 Kurzgeschichten.

Über deren literarischen Wert streiten die Kritiker bis heute, doch mit einem Jahreseinkommen von rund 50 Millionen Dollar ist King unbestritten der erfolgreichste Horrorautor aller Zeiten.

Dass King überhaupt noch lebt, kann man getrost als Wunder bezeichnen. 1999 wird er als Spaziergänger von einem betrunkenen Autofahrer angefahren und lebensgefährlich verletzt. Eine Zeitung vermeldete bereits seinen Tod. Heute wird er 65.

Einige seiner wichtigsten Werke im AZ-Überblick:

Vorsicht, Clown!

Titel: Es

Originaltitel: It

Erscheinungsjahr: 1986

Länge: 453000 Wörter

Das Böse: Clown Pennywise, der sich vorzugsweise von Pubertierenden ernährt.

Horror-Ort: die Kanalisation Erster Satz: „Der Schrecken, der weitere 28 Jahre kein Ende nehmen sollte – wenn er überhaupt je ein Ende nahm –, begann, soviel ich weiß und sagen kann, mit einem Boot aus Zeitungspapier, das einen vom Regen überfluteten Rinnstein entlangtrieb.“

Bester Satz: „Georgiiieee!“

Nicht geeignet für: Menschen mit Clownphobie. Abonnenten des Circus Krone.

Wissenswertes: In Frankreich gibt es kein „Es“ – deshalb hieß der Roman dort „Dieses“.
 

Zimmer 217

Titel: Shining

Originaltitel: Shining

Erscheinungsjahr: 1977

Länge: 161000 Wörter

Das Böse: Jack Torrance, ein verkrachter Intellektueller mit Psychoproblemen, verbringt den Winter als Hausmeister in einem Hotel ohne Gäste. Die Geister des Anwesens treiben ihn in den Wahnsinn – und lassen ihn zum Roque-Hammer greifen...

Horror-Ort: Zimmer 217 – in der Verfilmung Zimmer 237, weil das Hotel in den Rocky Mountains, das für die Außenaufnahmen diente, fürchtete, dass niemand mehr 217 buchen würde. Zimmer 237 gibt es in dem Haus nicht.

Erster Satz: „Jack Torrance dachte: Aufdringlicher kleiner Scheißer.“

Bester Satz: „Mein Gott, er konnte einen Drink gebrauchen. Vielleicht tausende.“

Nicht geeignet für: Gäste von verschneiten Berghotels. Menschen mit Raumangst.

Wissenswertes: Wie sein Protagonist litt auch King unter schweren Alkoholproblemen, schrieb einige Werke mehr oder weniger im Vollrausch.
 

Katzen-Zombies

Titel: Friedhof der Kuscheltiere

Originaltitel: Pet Sematary

Erscheinungsjahr: 1983

Länge: 138000 Wörter

Das Böse: Wer auf dem Indianer-Friedhof nebenan beerdigt wird, kehrt von den Toten wieder – allerdings deutlich weniger umgänglich.

Horror-Ort: ein Friedhof

Erster Satz: „Louis Creed, der als Dreijähriger seinen Vater verloren und seinen Großvater nie gekannt hatte, wäre niemals auf den Gedanken gekommen, in seinen mittleren Jahren einen Vater zu finden; aber genau das geschah – auch wenn er diesen Mann seinen Freund nannte, was ein Erwachsener im allgemeinen tun muss, wenn er den Mann, der eigentlich sein Vater sein sollte, relativ spät im Leben findet.“

Bester Satz: „Manchmal ist der Tod besser.“

Nicht geeignet für: Friedhofsgärtner und Katzenbesitzer.

Wissenswertes: In der Verfilmung hat Stephen King einen Gastauftritt – als Priester.
 

Der irre Fan

Titel: Sie

Originaltitel: Misery

Erscheinungsjahr: 1987

Länge: 115000 Wörter

Das Böse: Annie Wilkes rettet ihren Lieblingsschriftsteller aus einem Autowrack und pflegt ihn in einem abschiedenen Haus. Als er ihre Romanheldin sterben lässt, wird sie sauer. Richtig sauer.

Horror-Ort: ein Bett

Erster Satz: „ummmr nnnnss rrfnn ummr nnnnss fnn. Diese Laute: trotz der Benommenheit.“

Bester Satz: „Keine Bange, ich bin ausgebildete Krankenschwester!“

Nicht geeignet für: stationäre Patienten. Menschen mit Verfolgungswahn.

Wissenswertes: King hatte selber Probleme mit Fans. Einer brach in sein Haus ein und bedrohte seine Frau.
 

Periode des Grauens

Titel: Carrie

Originaltitel: Carrie

Erscheinungsjahr: 1974

Länge: 61000 Wörter

Das Böse: Schülerin Carrie bekommt nach dem Sportunterricht ihre erste Menstruation – und wird daraufhin gemobbt. Sie startet – per Telekinese – einen Rachefeldzug.

Horror-Ort: eine High School

Erster Satz: „Niemand war überrascht, als es passierte, nicht wirklich, nicht auf der Ebene des Unterbewusstseins, wo Grausamkeit gedeiht.“

Nicht geeignet für: Abiturienten mit Sport-Leistungskurs.

Wissenswertes: Kings kranke Mutter Nellie Ruth ließ sich 1973 den unveröffentlichen Roman vorlesen – kurz darauf starb sie.

 

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