Hohe Kosten für den Verein Fäule! Feuerwehr muss Thalkirchner Maibaum zerlegen

Weg ist der Maibaum in Thalkirchen: Klicken Sie sich durch die Bilder des Feuerwehreinsatzes. Foto: emu/AZ

Weil das Holz faul ist, muss die Feuerwehr kommen und den Baum zerlegen. Für den Maibaumverein wird's teuer.

 

Thalkirchen - Scheiberl für Scheiberl geht's dahin mit dem Thalkirchner Maibaum. Nicht, weil er nimmer gefällt – immerhin hat ihn das Viertel erst Anfang Mai mit Bier, Wurstsemmeln und Musikprogramm gefeiert. Sondern, weil er hin ist.

Fäulnis hat das Holz durchdrungen – und zwar so sehr, dass der Baum nicht mehr durch den TÜV gekommen ist. Der kontrolliert jedes Jahr, ob Maibäume noch standfest genug sind. Der Thalkirchner fiel am vergangenen Freitag leider durch. "Vermutlich ist der Baum durch einen Schlag von einer Windböe in Schieflage geraten", sagt Jürgen Henning, Vorsitzender des Maibaumvereins Thalkirchen. Dazu kommen Querrisse, in die ist Feuchtigkeit eingedrungen ist und damit auch die Fäule und ein Pilz: der Zaunblättling.

"Da sind wir jetzt lieber vorsichtig", sagt Henning. Muss er auch, denn laut Bescheid musste der Baum ohnehin schnellstmöglich weg – oder der ganze Platz bei zu erwartendem Starkwind gesperrt werden. Bei dem wechselhaften und gewittrigen Wetter derzeit keine attraktive Option.

Zumal der Maibaum direkt neben dem U-Bahnausgang Thalkirchen steht. Eine Eisdiele, ein Kiosk-Café und ein belebter Platz sind ebenfalls in der Nähe – und damit viele Menschen, auf die nach Möglichkeit kein fauler Baum hinunterstürzen sollte.

Thalkirchen: Maibaum sollte erst 2020 ersetzt werden

Deshalb die Aktion der Feuerwehr am Dienstag, die den erst drei Jahre alten Baum scheibchenweise absägte und wegbrachte. Scheibchenweise, weil es selbst der Feuerwehr zu riskant war, den Baum auf einmal umzulegen. Für den Maibaumverein ist die Sache sehr bitter. "Eigentlich wollten wir den Baum erst 2020 ersetzen, zum 25-jährigen Jubiläum des Maibaumvereins", sagt Henning. Jetzt muss das alles früher geschehen.

Das ist auch kostspielig. Allein der Baum kostet 400 Euro, dazu kommen 1.000 Euro Farbe, eine neue Spitze und Tafeln, macht insgesamt 10.000 Euro. "Ein Teil kommt durch den Tafelverkauf wieder rein", sagt Henning, trotzdem: günstig ist das nicht für den Verein.

Dazu kommt ein weiteres Problem: Bislang wurde der Thalkirchner Maibaum immer im Viehhof angemalt. Da der nun abgerissen ist, fehlt dem Baum ein Dach über dem Holz. Im Freien kann er nicht bemalt werden, die Farbe trocknet zu langsam. Wenn also jemand eine baumgroße Halle hat, der Maibaumverein freut sich über einen Anruf (Tel. 723 1722).

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