Hoeneß wollte nicht DFL startet E-Sport-Liga ohne den FC Bayern

Volle Konzentration beim FIFA eWorld Cup Grand Final 2018 in London. Auch die DFL will nun einen E-Sport-Wettbewerb ins Leben rufen. Foto: Ben Hoskins/Getty Images/FIFA/dpa

Die DFL startet nächstes Jahr einen eigenen E-Sport-Wettbewerb mit vielen Bundesliga-Klubs - aber ohne den FC Bayern, dessen Präsident sich erst kürzlich als Gegner dieser Sportart positioniert hatte.

 

Berlin - Professionelle Videospiel-Wettkämpfe - das passt nicht zum FC Bayern, selbst wenn eine Fußballsimulation gespielt wird. Dieser Meinung ist zumindest Klub-Präsident Uli Hoeneß, der Plänen für eine eigene Digitalsport-Abteilung bei den Bayern im Sommer just den Hahn abgedreht hatte. Und so startet die Deutsche Fußball Liga (DFL) zu Beginn des kommenden Jahres ihren neuen E-Football-Wettbewerb ohne ein Team des Deutschen Rekordmeisters.

Im Rahmen der virtuellen Bundesliga, die es bisher nur für Einzelspieler gab, nehmen vom 16. Januar an in der neu gegründeten Club Championship 13 Teams aus der Bundesliga und neun Mannschaften aus der 2. Bundesliga teil. Dies teilte die DFL am Montag mit.

VBL Club Championship - so läuft die virtuelle Bundesliga

Die 22 Clubs absolvieren in der VBL Club Championship bis März 2019 ohne Rückrunde 21 Spieltage und ermitteln einen Champion in der Fußball-Simulation Fifa. Um auch einen Einzelmeister auszuspielen, qualifizieren sich anschließend die Spieler der besten sechs Teams der Abschlusstabelle direkt für das Grand Final im Mai 2019, wo der deutsche Meistertitel ausgespielt wird. Akteure der Clubs auf den Plätzen sieben bis 16 nehmen an den Playoffs teil, über die sie sich ebenfalls für das große Finale qualifizieren können.

Aus der Bundesliga entsenden der FC Augsburg, Hertha BSC, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, Hannover 96, RB Leipzig, Bayer 04 Leverkusen, FSV Mainz 05, Borussia Mönchengladbach, der 1. FC Nürnberg, der FC Schalke 04, der VfB Stuttgart und der VfL Wolfsburg Teams. Aus der 2. Bundesliga sind Arminia Bielefeld, der VfL Bochum, Darmstadt 98, die SpVgg Greuther Fürth, der Hamburger SV, der FC Ingolstadt 04, Holstein Kiel, der 1. FC Köln und der SV Sandhausen am Start. 

Ebenfalls nicht mit von der Partie ist Borussia Dortmund. Auch BVB-Boss Hans-Joachim Watzke gilt nicht gerade als Freund der sportlichen Zockerei, hatte sie vor zwei Jahren als "Sch..." bezeichnet. Als Reaktion auf den stark wachsenden Markt hatte Dortmund aber dieses Jahr bekanntgegeben, seine Aktivitäten im E-Sport forcieren zu wollen.

Millionengeschäft E-Sport

Rund um den Globus verfolgen Millionen Menschen die Turniere von E-Sportlern im Netz oder in Stadien. Gespielt werden außer Sport-Simulationen auch League of Legends, Counter-Strike oder Dota 2. Das WM-Finale von League of Legends 2018 verfolgten weltweit rund 205 Millionen Zuschauer. Zum Vergleich: Das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 erreichte 163 Millionen Menschen.

Auch die weltweiten Umsätze mit Werbung, Sponsoring, Turniertickets, Medienrechten und Fanartikeln der E-Sport-Branche wachsen: Von 325 Millionen Dollar (rund 280 Millionen Euro) 2015 auf fast 655 Millionen Dollar 2017, wie das internationale Marktforschungsinstitut Newzoo schätzt. 

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