Hoeneß reist nicht mit Playoffs gegen Bamberg: Bayern-Basketballer wollen das Trauma besiegen

"Wir müssen vor niemandem Angst haben", sagt Bayerns Alex King (l.), hier neben Teamkollege Devin Booker. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

"Vor zehn Tagen waren wir an einem ganz dunklen Ort", erinnert Marko Pesic an das Fast-Ausscheiden in den Playoffs. In Bamberg wollen die Basketballer der Bayern nun einen Schritt Richtung Finale gehen.

München - Die Art der Anreise war ja schon vor der Halbfinalserie der Bayern-Basketballer gegen ihren großen Rivalen aus Bamberg ein Thema. Deren Klubmäzen Michael Stoschek hatte schließlich in Erwägung gezogen, mit seinem Helikopter zu Spiel eins nach München einzufliegen - und tat es dann doch nicht.

Wie der Konter von Bayerns Vereinspräsident nach dem deutlichen 95:72-Erfolg der Münchner zum Auftakt da wohl ausfallen würde? Spektakulär unspektakulär! Denn Uli Hoeneß kündigte an, überhaupt nicht zu der Partie am Mittwoch (20 Uhr/Sport1) nach Franken mitzureisen. Der 66-Jährige setzt seine Bamberg-Pause fort, die er sich im vergangenen Jahr verordnet hatte, nachdem er in der Arena dort immer wieder empfindliche Pleiten und zuletzt zwei 0:3-Halbfinalniederlagen in Folge als Augenzeuge erleben musste.

Nach den schwankenden Leistungen, die sie in den Playoffs gezeigt haben, trauen sich die Bayern im Moment eben selbst noch nicht so ganz in ihrer plötzlichen Dominanz. "Schön wäre natürlich, ein Auswärtsspiel zu gewinnen", sagte Hoeneß, "aber in Bamberg wird es jetzt natürlich schwer." Seine Hoffnungen auf das Erreichen der Finalrunde gründen sich eher auf den Heimvorteil, den der FCBB erstmals gegen Bamberg auf seiner Seite hat. "Mit diesem Elan sollten wir, wenn wir fünf Spiele brauchen, unsere beiden Heimspiele noch gewinnen", sagte Hoeneß nach dem Erfolg in der ersten Partie.

"Wenn jemand weiß, wie man auf solche Situationen reagiert, dann Bamberg"

Auch bei Marko Pesic hat der steinige Weg durch die bisherige K.o.-Phase Spuren hinterlassen. "Vor zehn Tagen waren wir an einem ganz dunklen Ort, da war nicht viel um uns herum", erinnerte der FCBB-Geschäftsführer an die Situation, als die Bayern mit 1:2 gegen Frankfurt zurücklagen und dicht vor dem Aus in Runde eins standen. "Eine Woche später steht es 1:0 gegen Bamberg im Halbfinale." Auch wenn sich die Stimmung im Verein durch die drei Siege, die Bayern folgen ließ, mittlerweile wieder komplett ins Positive gedreht hat, mahnte Pesic: "Das und dieses Gefühl, das wir damals hatten, dürfen wir niemals vergessen."

Denn genau das hat die Bayern offenbar wieder aus dem Dunkel zurück ans Licht und zu einer guten Ausgangsposition geführt. "Das, was wir von da an bis jetzt gemacht haben, muss uns das Selbstvertrauen geben, nur auf uns zu schauen", sagte Pesic, der dennoch glaubt, "dass jetzt in Bamberg das schwierigste Spiel der Saison auf uns wartet." Denn für den Titelverteidiger bietet es nach der Auftaktniederlage die Möglichkeit, wieder in die Serie zurückzukommen. "Wenn jemand weiß, wie man auf solche Situationen reagiert, dann Bamberg", sagte Pesic. "Sie sind der Champion und werden alles aufs Feld bringen", ergänzte Chefcoach Dejan Radonjic.

"Es wird ein großer Kampf werden, Bamberg wird noch physischer spielen", sagte Alex King. Der Power Forward erinnerte aber auch an die vier Bayern-Erfolge in den vier bisherigen Saisonduellen, darunter auch ein Auswärtssieg in der Liga. Sein Fazit: "Wir müssen vor niemandem Angst haben."

Zumal Spielmacher Stefan Jovic seine muskulären Probleme überwunden hat und in den Kader zurückkehren wird. Für Vladimir Lucic (Schulterprobleme), den King zuletzt bestens vertrat, kommt ein Einsatz dagegen wohl noch zu früh.

 

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