Hoeneß' Geburtstagsparty Überraschung: Das war Ulis Geburtstags-Highlight

Gottschalk präsentierte einen Mann mit vielen Gesichtern. Foto: getty images

Im Postpalast feiern 475 illustre Gäste mit Bayern-Präsident Hoeneß dessen 60. Geburtstag. Die Überraschung: Gottschalk moderiert. Das Highlight: Rummenigge rührt den Jubilar zu Tränen.

 

München -  Gerührt war er an diesem Abend häufig. Nicht der Macher, nicht der Manager, sondern der Mensch Uli Hoeneß. Und zwar nach der großartigen Rede, die Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gehalten hatte. Doch erstmal auf Anfang. „Der Mann, der in der Vereinsgeschichte am meisten für den FC Bayern getan hat“ (Originalton Franz Beckenbauer), hatte anlässlich seines 59 +1. Geburtstags – ein Sechziger mag er nun wirklich nicht sein – geladen. Und (fast) alle waren sie gekommen in den Postpalast.

Der Moderator? Angemessen: Thomas Gottschalk. Das Motto? Passend: „Geht nicht, gibt’s nicht“. Das Ambiente? Vom Feinsten: Überdimensionale Fotos verwandelten den Postpalast in eine kleine Allianz Arena. Die Gratulanten? 475 – alles was Rang und Namen hat: Seehofer, Beckenbauer, Breitner, Maier, Müller, Roth, Schwarzenbeck, Lerby, Matthäus, Lattek, Rehhagel... Bereits an der Tür begrüßte Hoeneß – im Hintergrund ein Foto vom jungen Uli aus den 70er Jahren im Bayern-Trikot – all seine Gäste mindestens mit Handschlag, viele wurden gleich geherzt, umarmt, gedrückt.

Conferencier Gottschalk, der ausnahmsweise sogar für die Gala geprobt hatte, versprühte Charme – und leistete sich dennoch einen Faux Pas, als er Karl-Heinz Rummenigge als „Bayern-Präsident“ begrüßte. Wetten, dass dies keine Absicht war? Sei’s drum! Der Stimmung tat’s keinen Abbruch.

Und Festredner Rummenigge lief zu Höchstform auf. So rief der gebürtige Westfale dem gebürtigen Schwaben zu: „Uli, bayerischer als du kann man nicht aussehen. Du siehst dem Herrn Hirnbeiß aus der Abendzeitung von Jahr zu Jahr ähnlicher.“ Da lachte der Jubilar. Und dann gab es kernige Anekdoten. „Er ist der sparsamste Mensch der Welt“, flachste Rummenigge. „Viele fragen: Wofür gibt der Uli sein Geld aus. Ich weiß es: Fürs Verlieren beim Schafkopf. Er schafkopft wie er golft – und er golft wie er schafkopft.“

Da klopfte sich Hoeneß auf die Schenkel. Und auch wenn es der Vorstandschef flapsig formulierte, schon bald war Hoeneß gerührt. „Uli, du bist der Vater Teresa vom Tegernsee, der Nelson Mandela von der Säbener Straße", sagte Rummenigge, ehe er seinen Freund zu Tränen rührte – mit diesen Worten: „Du bist die Seele des Vereins. Der FC Bayern und du sind alles – nur nicht seelenlos und langweilig.“

Dass es nicht zur Versöhnung zwischen DFB und Ex-Capitano Michael Ballack kam? Geschenkt! Der künftige Verbandsboss Wolfgang Niersbach saß in der Mitte an Tisch 28, der Ex-Bayer ganz rechts außen an Tisch 43. Und der urlaubende Bundestrainer Jogi Löw hatte sich ebenso entschuldigen lassen wie Ex-Bayern-Coach Louis van Gaal und DFB-Boss Theo Zwanziger.

Als schließlich Hoeneß’ Original-Sofa, jenes legendäre Rattan-Möbel, aus dem Büro an der Säbener Straße aufs Podium geschleppt wurde, flachste Gottschalk: „Er hat in Sachen Möbel ein ähnliches Gespür wie ich in Sachen Kleidung.“ Mag sein. Doch was sind schon Möbel und Klamotten! „Ich könnte weinen, wenn ich das hier so sehe – im positiven Sinne. So eine Atmosphäre, so eine Arena. Ich hätte viel erwartet, aber so etwas nicht“, so Hoeneß.

Und dann sagte er etwas, was erklärt, wieso diesen Macher, Manager und Menschen so viele in ihr Herz geschlossen haben: „Bei vielen gilt: Nach oben buckeln, nach unten treten – bei mir war es immer umgekehrt.“

 

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