Hochwasser in Sachsen-Anhalt Kampf gegen Deichbruch: Bundeswehr sprengt Schiffe

Spektakuläre Aktion gegen das Hochwasser: Das Landeskommando Sachsen-Anhalt sprengt zwei Schiffe, damit sie ein Loch in einem Deich schließen. Hier gibt es die Bilder. Foto: dpa

In Sachsen-Anhalt haben Bundeswehr und Bundespolizei zwei Schiffe gesprengt, um mit dem Wrack ein Loch im Deich zu schließen. Die Aktion war in den Augen der Verantwortlichen ein Erfolg.

 

Fischbeck/Jerichow – Im Kampf gegen das Hochwasser am gebrochenen Deich bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt ist am Samstagabend die Sprengung zweier Lastkähne in der Elbe geglückt. Die versenkten Schiffe reduzierten eine rund 90 Meter lange Lücke im Deich auf etwa 20 Meter. „Wir werten das als echten Erfolg. Das hat noch nie jemand versucht“, sagte Körbi. Das Hochwasser kann sich jetzt nicht mehr so stark wie bislang ausbreiten.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte nach der Versenkung der Schiffe: „Es war eine extrem schwierige und gewagte Aktion. Aber wir mussten handeln und das Menschenmögliche versuchen, um die Wassermassen aufzuhalten.“

Die Lastkähne wurden per Sprengung auf den Grund des Flusses gesetzt - genau dorthin, wo der Deich seine Lücke hatte. Bei einem Kahn gelang es komplett, der andere sollte besonders schnell mit der Hilfe von neun Hubschraubern mit großen Sandpaketen gefüllt werden. Im Minutentakt flogen die Hubschrauber. Geplant war, bis in die Nacht weiterzuarbeiten.

Die Schiffe konnten nicht vollständig die Lücke im Damm schließen - die verbliebene Öffnung von rund 20 Metern Länge soll nach Angaben Körbis am Sonntag durch die Sprengung eines weiteren Kahns geschlossen werden. Ministerpräsident Haseloff sagte dazu: „Nach Aussagen der Bundeswehr wurden heute 75 Prozent des Zieles erreicht. Morgen besteht die Chance, die Deichlücke komplett zu schließen.“

Die ungewöhnliche Aktion war am Freitag vom Krisenstab der Landesregierung beschlossen worden. Grund ist, dass durch den Deichbruch bei Fischbeck seit vielen Tagen riesige Wassermengen in die Region geflossen sind. Ein Ende ist laut Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) nicht abzusehen gewesen.

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Es sind mehr als 20 Ortschaften evakuiert, Tausende Menschen sind betroffen. Weitere Orte waren von den Wassermassen bedroht. Die Wasserstände der Elbe gehen zwar zurück, der Fluss kann aber die Wassermassen der kleineren Flüsse, die in die Elbe münden, nicht aufnehmen. Es entsteht ein Rückstau. Das Problem gibt es nicht nur im Elbe-Havel-Winkel, sondern auch am Zusammenfluss von Elbe und Saale.

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