Hochwasser in Deggendorf Seehofer: Flut übersteigt alle Dimensionen

Horst Seehofer ist erschüttert von der aktuellen Hochwasser-Lage in Deggendorf... Foto: dpa

Als Horst Seehofer nach einem Rundflug über das ostbayerische Hochwassergebiet aus dem Hubschrauber steigt, ist er erschüttert. Das Ausmaß des Hochwassers macht ihn betroffen. Er kündigt weitere finanziellen Hilfen an.

 

Deggendorf – Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) ist von der Lage im Hochwassergebiet im Landkreis Deggendorf erschüttert. „Es ist unbeschreiblich schlimm. Das übersteigt alle Dimensionen“, sagte der sichtlich betroffene Seehofer am Donnerstag in Deggendorf. Zuvor war er mit dem Hubschrauber über die Hochwassergebiete im Landkreis Deggendorf geflogen. Nach zwei Dammbrüchen in den vergangenen Tagen drohte am Donnerstag ein weiterer Damm unter den Fluten einzustürzen.

Bei Ruckasing habe sich im Damm ein Riss gebildet, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes. Die Lage isarabwärts bei Osterhofen sei sehr angespannt. Einsatzkräfte setzten jedoch alles daran, einen Dammbruch zu verhindern. Auch an anderen Stellen würden Dämme seitlich stabilisiert.

„Wir mussten aus zahlreichen Ortschaften etwa 750 Menschen retten“, erläuterte der zuständige Landrat Christian Bernreiter (CSU). Damit stieg die Zahl der Evakuierungen im Landkreis Deggendorf auf mehr als 5000 an. „Ich musste selbst von Haus zu Haus gehen und die Menschen überzeugen, ihre Häuser zu verlassen“, betonte Bernreiter. Mit 40 Lastwagen und vier Baggern werde versucht, den Damm zu retten.

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Am Morgen hatten sich Seehofer und Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) ein Lagebild in Deggendorf verschafft. Es werde mit aller Macht um die Dämme gekämpft und es gebe noch eine Chance, betonte Seehofer anschließend. Aber: „Es ist schwer zu sagen, wenn man mit den Naturgewalten kämpft, ob man dann gewinnt.“

Der Ministerpräsident sagte zudem weitere finanzielle Hilfen für die Hochwasseropfer zu. „Nach den Schäden, die ich heute gesehen habe, gehe ich davon aus, dass wir noch mehr Geld investieren müssen“, betonte Seehofer. Bislang hatte die Staatsregierung Soforthilfen von 1500 Euro für Privatleute und 5000 Euro für Unternehmer angekündigt.

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In der Deggendorfer Stadthalle bedankte sich Seehofer anschließend bei den vielen Einsatzkräften, die aus ganz Bayern ins Katastrophengebiet gekommen sind. „Ihr wisst, dass die Bevölkerung stolz auf euch ist“, rief er den erschöpften Frauen und Männern zu. In einigen Wochen, wenn die Hochwassergefahr gebannt ist, werde für die Helfer auf Kosten der Staatskasse ein großer Ehrenabend veranstaltet.

 

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