Hirschgarten Ein Plus an Gemütlichkeit

32 Zapfhähne hat die Schankanlage in der neugestalteten Schwemme am Eingang. Der Boden besteht aus roten Ziegelsteinen. Foto: Petra Schramek

Endlich fertig und eingeweiht: Nach eineinhalb Jahren Umbau und Sanierung hat der "Königliche Hirschgarten" offiziell wiedereröffnet - und noch mehr Platz für Gäste.

 

Das treffendste Bild für das, was in den letzten gut eineinhalb Jahren in den Gasträumen des „Königlichen Hirschgartens“ und auf dem Hof dahinter passiert ist, findet Augustiner-Chef Jannik Inselkammer. Bei der offiziellen Wiedereröffnungsfeier spricht er von dem jahrelangen Kampf mit den Behörden, um dann auf den langwierigen Umbau selbst zu kommen und darauf, dass hier „am offenen Herzen operiert“ wurde.

Gerade einmal 19 Tage war der Hirschgarten in all der Zeit geschlossen – eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, was hier alles saniert und umgebaut wurde. Wenn man Robert Hartl, den Bauleiter der Augustiner-Brauerei, fragt, wie viel im neuen Hirschgarten denn wirklich neu sei, antwortet er: „Um die 50 Prozent.“

Die wohl wichtigste Veränderung betrifft die Küche. Sie ist aus der Wirtschaft selbst in einen neuen Anbau gezogen Hier gibt es nun eigene Vorbereitungsräume, modernste Küchentechnik und Platz für 25 Mitarbeiter, darunter 15 Köche. Die alte Küche wurde zu dem restauriert, was sie vor den Siebzigerjahren mal war: ein Festsaal. Künftig soll er „Kurfürstensaal“ heißen.

Auch das „Jäger-“, das „Ludwig-“ und das „Entenstüberl“ sind neu, aber so urig gestaltet, wie es sich für ein Wirtshaus gehört, das auf eine 220-jährige Tradition blickt. Besondere Aufmerksamkeit verdient das Jägerstüberl, das vor dem Umbau eine Schänke war. Hier hängen nicht nur unzählige Geweihe, hier stehen auch rund 60 Kaffeekannen aus Porzellan – ein Geschenk der örtlichen Bezirksausschussvorsitzenden, Ingeborg Staudenmeyer (SPD).

Hirschgarten-Wirt Johann Eichmeier selbst sitzt aber lieber in einer Nische in der ebenfalls neuen Schwemme direkt am Eingang. „Hier sehe ich die Gäste kommen und höre, was in der Küche los ist“, sagt er recht pragmatisch. Die Schwemme bietet ihm einen großen Vorteil: Weil sie zentral liegt, können die Kellner sternenförmig ausscheren, um die Gäste zu bedienen.

500 passen nun in die Wirtschaft, 70 mehr als vorher. Und wenn wir schon bei den Zahlen sind: Auf dem neugebauten Betriebshof lagern 15000 Maßkrüge (für den mit 8000 Sitzplätzen größten Biergarten Bayerns). Lohnend ist auch ein Blick in das, was Eichmeier „Fassgefängnis“ nennt: das Bierlager auf dem Betriebshof kühlt 125 Hirschen bei einem Grad, also 250 Hektoliter Bier in 200-Liter-Fässern.

An der Speisekarte ändert sich nicht derweil nicht viel. Der Münchner Schweinsbraten kostet 8,80 Euro, der Zwiebelrostbraten 13,90 Euro, die Halbe Helles 3,50 Euro.

Bleibt die Frage, ob Wirt Eichmeier in diesen fünf Jahren Planung und eineinhalb Jahren Umbauzeit je mal ans Hinschmeißen gedacht hat. Er lächelt: „Das hast Du ziemlich oft in so einer Phase.“ Aber jetzt ist ja alles gut.


Hirschgarten 1, tägl. 9 – 0 Uhr, www.hirschgarten.de, Tel. 17999119

 

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