Hilft Reiter beim Arena-Auszug? Rückkehr ins Grünwalder Stadion: Platz da!

Der Wunschtraum vieler Fans: 1860 läuft ins Grünwalder Stadion in Giesing ein. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Die Löwen wollen künftig im Grünwalder spielen – dafür soll die Kapazität auf 15 000 Zuschauer erhöht werden. Doch das klappt frühestens zur übernächsten Saison. Hilft OB Dieter Reiter beim Arena-Auszug?

München - Wer in diesen Tagen einen Zuständigen für das Grünwalder Stadion sprechen möchte, muss sich erstmal durch die Instanzen der Verwaltung telefonieren. Es ist Urlaubszeit, das gilt auch für das Rathaus – und Sportbürgermeisterin Christine Strobl. Das macht die Arbeit der Löwen nicht einfacher. Einer war erreichbar: Ulrich Lobinger, der Sachbearbeiter des Referats für Bildung und Sport.

"Der TSV 1860 hat am 6. Juni um ein Gespräch gebeten, um die vielfältigen Fragestellungen für einen möglichen Spielbetrieb im Stadion an der Grünwalder Straße in der Regionalliga zu klären", erklärte der stellvertretende Pressesprecher der AZ. "Derzeit wird ein konkreter Termin abgestimmt." Dabei drängt die Zeit.

Höhere Kapazität: Nicht zur Saison 2017/18

Geschäftsführer Markus Fauser kämpft an allen Fronten, torpediert durch Investor Hasan Ismaik. Eine Frage, die viele Fans umtreibt: Wie viele Zuschauer gehen denn nun rein? "Für das Grünwalder gibt es derzeit eine Genehmigung für bis zu 12.500 Plätze. Um die Zuschauer-Kapazität zu erhöhen, ist eine Ertüchtigung der Westkurve vorgesehen. Das Referat für Bildung und Sport wird spätestens im vierten Quartal 2017 den Stadtrat damit befassen", schilderte Lobinger. "Je nach Entscheidung des Stadtrates wird es möglich sein, gegebenenfalls einen Zeitplan aufzustellen."

Ergo: Eine größere Auslastung ist in dieser Saison ausgeschlossen. Dabei rechnen viele mit einem Run auf die Tickets. Während die Bedingungen für ein Ende des Mietverhältnisses in der Allianz Arena beim FC Bayern längst nicht ausdiskutiert sind, werden auch die Gespräche zwischen Behörden, Stadt und Verein Zeit brauchen. Dieter Reiter (SPD) signalisierte Gesprächsbereitschaft.

Miete? Verhandlungssache!

Laut SPD-Stadträtin Verena Dietl, die auch im Verwaltungsrat des TSV 1860 sitzt, wolle Reiter bei den Bayern seinen Einfluss geltend machen. Doch: Bereits am 13. Juli beginnt die Saison. Der Bayerische Fußball-Verband muss einen, bei dann 19 Teams, fairen Spielplan erstellen. "Das Stadion würde über eine Kapazität von bis zu 15.000 Plätzen verfügen. Zur Saison 2017/2018 wird diese Kapazität noch nicht zur Verfügung stehen", erklärte indes Referatsmitarbeiter Lobinger zu möglichen Sanierungsarbeiten an der Westkurve.

Sicher ist: Die Stadt ist Eigentümer – und würde wohl eine Miete verlangen. "Sollte der TSV 1860 seine Heimspiele künftig hier austragen wollen, müsste ein Nutzungsvertrag geschlossen werden", erzählte er. Die Höhe der Miete? Verhandlungssache! Bleibt die Frage, warum nicht auch die Westkurve bei den einst aufwendigen Sanierungen berücksichtigt wurde.

Kosten für die Sanierung noch unklar

"Das Stadion wurde zuletzt in den Jahren 2010 bis 2014 für rund zehn Millionen Euro saniert. Auch an der Westkurve wurden kleinere Arbeiten durchgeführt. Die Sanierung fand statt, um die Vorgaben für die Dritte Liga zu erfüllen", erklärte Lobinger. "Jetzt ist das Ziel die Erhöhung der Zuschauerkapazität durch eine Komplettsanierung der Westtribüne. Die Kosten können aufgrund des frühen Planungsstadiums noch nicht beziffert werden."

Frühes Planungsstadium ist das Stichwort, das auch für die Polizei gilt. Das hohe Zuschaueraufkommen bereite vorerst keine Sorgen, hieß es. Wobei das Derby gegen den FC Bayern II sicher als Hochsicherheitsspiel eingestuft werde. In der Vergangenheit kamen bei den Duellen der beiden Amateurmannschaften bis zu 1.000 Beamte zum Einsatz – Tendenz rückläufig.

In der kommenden Saison wollen jedoch beide Mannschaften um den Aufstieg spielen. Eine größere Kapazität wäre angemessen – spätestens nach der Saison.

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