Heute "Hochrisikospiel" Europa League: Nur Formsache für Schalke 04?

Schalker Abschlusstraining vor dem Europa-League-Spiel gegen Saloniki: Rechts Sead Kolasinac, der am vergangenen Sonntag beim 1. FC Köln einen Nasenbeinbruch erlitt und mit einer Maske weiterspielt. Gegen PAOK erhält der Außenverteidiger aller Voraussicht nach eine Pause. Foto: dpa

Der FC Schalke 04 will im Europa-League-Rückspiel gegen PAOK Saloniki das Achtelfinale perfekt machen. Nach dem 3:0 im Hinspiel lässt Trainer Markus Weinzierl personell rotieren. Beim Hochrisikospiel soll ein Polizei-Großaufgebot für Sicherheit sorgen.

 

Gelsenkirchen - Am Abend vor dem Europa-League-Duell zwischen dem FC Schalke 04 und PAOK Saloniki ist es in der Nähe des Gelsenkirchener Hauptbahnhofs zu Auseinandersetzungen zwischen 30 griechischen Fußball-Fans und einem Schalke-Anhänger gekommen.

Das teilte die Gelsenkirchener Polizei am Mittwochmorgen mit. Das Rückspiel um den Einzug ins Achtelfinale (Hinspiel: 3:0 für Schalke) am Mittwoch (18:00 Uhr) war von der Polizei zum "Hochrisikospiel" erklärt worden. Bei dem Zwischenfall am Dienstagabend sei es gegen 22.00 Uhr zu einer köperlichen Auseinandersetzung zwischen den rund 30 PAOK-Anhängern und "einer männlichen Person, die der Gelsenkirchener Fußballszene zugeordnet werden kann" gekommen, heißt es in der polizeilichen Mitteilung.

Durch das Einschreiten der Beamten, die Platzverbote aussprach, sei die Situation jedoch aufgelöst worden, "noch bevor" zur Unterstützung des einzelnen Schalke-Fans "ca. 40 teilweise vermummte Personen eintrafen". Zwischen beiden Fanlagern hatte es bereits beim Hinspiel in der Vorwoche Spannungen gegeben.

So begrüßten die PAOK-Anhänger ihre Gäste auf einem riesigen Transparent im Stadion als "Nazis", Schalker Ultras verwüsteten im Vorfeld der Partie ein Café. Schon im August 2013 hatten sich zudem beim damaligen Champions-League-Qualifikationsspiel die Fans aus Griechenland durch eine mazedonische Flagge im Schalker Block provoziert gefühlt. Beim umstrittenen Polizeieinsatz in der Nordkurve wurden daraufhin 89 Personen verletzt.

Weiterkommen nur Formsache

Trotz der prima Ausgangslage will Trainer Markus Weinzierl das Rückspiel ernst nehmen. "Noch haben wir nichts erreicht. Wir wollen die Partie gewinnen und unseren Fans zu Hause etwas bieten. Das Hinspielergebnis nur verwalten zu wollen, wäre sicher nicht der richtige Weg", sagte der 42-Jährige.

Klar ist, dass Weinzierl nach dem 1:1 in Köln am Sonntag einigen Spielern eine Pause gönnen wird. "Wir überlegen, auf ein, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben Positionen zu wechseln", sagte er: "Wir haben einen großen Kader." Der Coach forderte trotz des beruhigenden Vorsprungs "eine hochkonzentrierte Leistung".

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Die Ausgangsposition sei gut, "aber wir haben noch gar nichts erreicht". Auch wenn mit einem Triumph in der Europa League sogar der Einzug in die Champions League möglich ist, will sich Weinzierl nicht nur auf diesen Weg ins internationale Geschäft konzentrieren.

"Es gibt drei Wege, alle drei gehen wir mit 100 Prozent an, mit großem Kader, alle drei Tage - das ist das Programm der nächsten Wochen", betonte er. Im DFB-Pokal muss Schalke im Viertelfinale beim Rekordsieger Bayern München antreten, in der Bundesliga beträgt der Rückstand auf Rang sieben, der höchstwahrscheinlich zur Europapokalteilnahme berechtigt, sieben Punkte. "Leicht ist kein Weg", meinte Nationalspieler Max Meyer, "aber wir haben auch die Bundesliga noch nicht abgeschrieben."

Voraussichtliche Aufstellungen

FC Schalke 04: Fährmann - Kehrer, Naldo, Nastasic - Riether, Geis, Aogo - Meyer, Choupo-Moting - Konopljanka, Huntelaar

PAOK Saloniki: Glýkos - Crespo, Malezas, Kitsiou - Deligiannidis, Cimirot, Biseswar, Mystakidis - Henrique - Campos, Athanasiadis

Schiedsrichter: Luca Banti (Italien)

 

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